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GEO-Tag der Artenvielfalt 2009
Wie kann die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür zum echten Naturerlebnis werden? Am Beispiel des "Wildtierlandes“ bei Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern) – dem diesjährigen Hauptveranstaltungsort des GEO-Tags der Artenvielfalt – widmeten sich am 13. Juni 2009 rund 80 Experten für 24 Stunden dieser Frage. In dem mehr als 1.000 Hektar großen Gebiet dokumentierten sie dabei rund 1.800 Arten.
Dass reich strukturierte Wälder und saubere, unverbaute  Gewässer zu einem Anstieg des Artenvorkommens gefährdeter Arten beitragen können, belegen die außergewöhnlichen Funde bei den Pilzen. Hier wurden insgesamt 188 Arten nachgewiesen, davon sechs Erstfunde für Mecklenburg-Vorpommern: Als herausragend bezeichneten die Fachleute den Nachweis der Schleimpilzart Physarum citrinum. Bemerkenswert sind auch die Bestimmung der Schlauchpilzarten Gloetinia juncorum, Miladina lechitina, Pachyella babingtonii, Mollisia pilosa und Cyathicula starbaeckii[. Von denen  Miladina lechitina, Pachyella babingtonii und der zu den Helmlingen gehörende Basidiomycet Mycena renati auch deutschlandweit auf der Roten Liste zu finden sind. Mit dem Fund von Psathyrella dunarum konnte eine Art auch erstmals für die BRD nachgewiesen werden. 
Insgesamt konnten 96 Vogelarten erfasst werden. Die Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), die in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedroht ist, wurde mehrfach gesichtet. Im Wildtierland brüten etwa 20 Prozent des gesamten Landesbestandes. Außerdem konnten der stark gefährdete Wendehals (Jynx torquilla) und der gefährdete Grünspecht (Picus viridis) dokumentiert werden.
Hintergrundinformation zum "GEO-Tag der Artenvielfalt"
Das Magazin GEO will mit dem "GEO-Tag der Artenvielfalt" das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität fördern und das Wissen um die Zusammenhänge in der Natur erhöhen.
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Entwickelt wurde diese Idee im Jahr 1998, um die bemerkenswerte Diskrepanz überwinden zu helfen zwischen vorhandenem Umwelt-Interesse einerseits und verbreiteter Unwissenheit über die Beschaffenheit dieser Umwelt andererseits;
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der fatalistischen Fehleinschätzung entgegen zu wirken, beobachtenswerte Natur in Mitteleuropa sei nicht mehr zu entdecken, weil ohnehin längst auf der "Roten Liste" oder zur schieren Nutzpflanzen- und Nutztier-Monokultur verarmt;
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der wachsenden Naturentfremdung von Kindern entgegenzuwirken. Der "GEO-Tag der Artenvielfalt" soll einen Beitrag zu qualifizierteren Debatten im Umwelt- und Artenschutz leisten, indem er auch über die Ränder der Spezialisten-Biotope hinaus einem viel größeren Personenkreis die Wissensgrundlagen für diese Debatte liefert.
Mittlerweile ist der GEO-Tag der Artenvielfalt zur Institution geworden, zur dauerhaften Veranstaltung, die alljährlich am zweiten Wochenende im Juni stattfindet. Er ist die größte Feldforschungsaktion in Europa und wurde 2008 zum zehnten Mal veranstaltet. Insgesamt gab es im Jahr 2008 in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder über 400 Aktionen zum GEO-Tag der Artenvielfalt, an denen mehr als 20.000 Menschen beteiligt waren. Bei den Aktionen werden regelmäßig verschollen geglaubte Arten wiederentdeckt und damit wertvolle Beiträge zur Erhaltung und Dokumentation der Tier- und Pflanzenwelt geleistet.
Jeweils in seiner September-Ausgabe berichtet GEO über die Ergebnisse der Haupt- und der diversen Nebenaktionen des Artenvielfaltstages. Die auf einige tausend Spezies angewachsene Liste der Funde ist auf dem "GEO-Explorer" (www.geo.de) einzusehen; weiteres Informationsmaterial ist bei GEO erhältlich.
Auf den Weg gebracht und publizistisch begleitet von GEO ist die Initiative offen für jede Vervielfältigung, für selbständige Veranstaltungen von Wissenschaftlern, Studenten, Lehrern, Schülern, Umweltverbänden, interessierten Laien an jedem Ort ihrer Wahl.
Weitere Informationen zum GEO-Tag der Artenvielfalt unter:
www.geo.de/GEO/natur/oekologie/tag_der_artenvielfalt/
Copyright: Heiner Müller-Elsner für GEO
Raul Schade (links) und Winfried Kraemer, Experten für Fische, Lurche und Kriechtiere beim GEO-Tag der Artenvielfalt am 13. Juni 2009 im Wildtierland
Copyright: Florian Möllers für GEO
Jens Kube (links) und Daniel Masur, Käferexperten beim GEO-Tag der Artenvielfalt am 13. Juni 2009 im Wildtierland
Copyright: Solvin Zankl für GEO
Dr. Wolfgang Beier, Käferexperte beim GEO-Tag der Artenvielfalt am 13. Juni 2009 im Wildtierland
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