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CHEFKOCH & TikTok: It´s a match!

Hamburg, den 14.07.2020 - CHEFKOCH hat sich in kürzester Zeit vom First Mover zu der erfolgreichsten deutschen Foodmarke auf TikTok entwickelt. Vergangenen Freitag präsentierte die Food-Plattform dort ein neues Format in Kooperation mit BMG: ein „Küchenkonzert“ mit Singer-Songwriterin Hanna Batka. Im Interview gibt Christina Reichmann, Senior Social Media Strategist bei CHEFKOCH, Einblicke in die Dynamik und Schnelligkeit von TikTok und berichtet über ihre Strategie und Learnings.

Christina, durch die Verschmelzung mit der ehemaligen App Musical.ly wurde TikTok im August 2018 über den asiatischen Raum hinaus auch bei uns bekannt. Nur ein halbes Jahr später war CHEFKOCH schon dabei, ihr seid also ein TikTok-First-Mover?

First Mover zu sein, ist immer unser Ziel. Bevor Andere einen Kanal für sich entdecken, wissen wir schon, was dort funktioniert und was nicht und haben uns mit Reichweite und Follower*innen längst einen Wettbewerbsvorteil verschafft. So können wir viel schneller wachsen, als wenn wir aufspringen würden, wenn der Zug schon volle Fahrt aufgenommen hat.

Was sind eure Learnings nach gut einem Jahr TikTok?

TikTok lohnt sich! Bei TikTok ist Content King, egal, ob du eine große Marke bist oder ein kleiner Channel. Wenn du kreativen Content hast, der gut ankommt, dann hast du auch die Chance, einen viralen Hit zu landen. Und dann sollte man ausprobieren, die Videos in der TikTok-App zu drehen. Denn nur dann versteht man auch, wie das funktioniert und wie sich die Zielgruppe ansprechen lässt. Gerade die Kürze der Videos, nur 15 Sekunden, ist am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Und dann will man darin ja auch noch eine Message oder, wie wir, ein Rezept unterbringen. Das hat eine unheimliche Dynamik und Schnelligkeit, auf die man sich einlassen muss.

Wie findet Ihr heraus, welche Plattform zu euch passt und welche nicht?

Die Frage ist immer die gleiche: ‚Is it a Match?‘, also finden wir da eine Zielgruppe? Um das herauszufinden, setzen wir uns Ziele. Und dann testen wir verschiedene Maßnahmen, die wir zunächst mit Bordmitteln umsetzen. Denn ob sich der Einsatz von Ressourcen – finanziellen und personellen – tatsächlich lohnt, müssen wir erst beweisen und dafür wissen: Wieviel müssen wir einsetzen, um die Ziele zu erreichen? Lohnt sich das langfristig? Nach dieser Testphase steht dann eine valide Strategie.

CHEFKOCH und TikTok, das ist also ein „Match“?

Ja, wir passen super zusammen! Direkt nach den ersten Dates hat sich was Festes ergeben. Wir waren selbst ein bisschen überrascht, wie gut das für uns funktioniert. Der Einsatz bei TikTok lohnt sich immens.

Wie habt ihr die Reichweite bei TikTok aufgebaut?

Wir haben vorhandene Videos genutzt, die wir für Facebook oder Instagram produziert haben, und sie für TikTok kürzer geschnitten. Die Methode hat sich schnell bewährt. Unser Ziel war es, nach zwei Monaten bei einigen Videos 100.000 Views zu generieren. Dann wäre der Kanal für uns relevant. Und dieses Ziel haben wir bei TikTok schon nach drei Wochen erreicht. Wir konnten das gar nicht glauben! Und nach ein paar Wochen hatten wir das erste Video, das die 400.000-Marke überschritten hat. Da wussten wir: Das lohnt sich. Hier haben wir eine Zielgruppe, die CHEFKOCH folgen will. Im nächsten Schritt haben wir dann mit einem kleinen Team Videos speziell für TikTok produziert. Die App bietet Tausende von Möglichkeiten, selbst zu drehen, zu schneiden, Effekte und Filter zu nutzen. Wir haben ganz viel ausprobiert, da gibt es viel zu entdecken und es dauert ein bisschen, das zu verstehen. Inzwischen ist für uns klar geworden, dass genau diese Mischung aus zwei Content-Formaten – bestehendes Material und speziell für TikTok produziertes – am besten funktioniert.

Im April habt ihr die Kampagne „#selberkochen: Selbst gemacht schmeckt einfach besser!“ gestartet. Was war das Ziel der Kampagne?

Mit der Kampagne wollten wir die Menschen während des Corona-Lockdowns unterstützen. Wir haben den User*innen einfache und leicht nachzukochende Rezepte an die Hand gegeben, mit Zutaten, die sie idealerweise ohnehin zuhause haben. Das passt insofern zu unserer TikTok-Content-Strategie, als dass wir es hier mit einer jungen und noch relativ kochunerfahrenen Zielgruppe zu tun haben. Wir wollen den Zugang zum Selberkochen erleichtern und Mut machen, einfach mal was auszuprobieren. Das ist es, wofür CHEFKOCH steht.

Und habt ihr das Ziel erreicht?

Wir wollten die Menschen unterstützen. Dahinter stand gar keine Kennziffer, die wir erreichen wollten. Dennoch haben uns die Zahlen Recht gegeben: Es war genau das, was die User*innen im Lockdown gesucht haben, Rezepte für das Home-Office. Dem Livestream zum Start der Kampagne schauten gleich 25.000 Leute zu. Seit Anfang April haben wir 125.000 „Herzen“ – oder „Likes“ – hinzugewonnen. Mittlerweile sind es insgesamt 1,7 Millionen. Damit sind wir auch „Marktführer der Herzen“, wie wir selbst sagen. Tatsächlich ist CHEFKOCH die erfolgreichste deutsche Foodmarke auf TikTok. Das ist natürlich ein riesiger Meilenstein, über den wir uns sehr freuen.Geld haben wir keines eingesetzt. Aber man muss dazu sagen, dass die Aktion Teil eines Preferred Partnership Agreements zwischen Bertelsmann und ByteDance ist, der Muttergesellschaft von TikTok. Dadurch wurden die Kampagne und der Livestream zum Start der Aktion beispielsweise von TikTok auf dessen Startseite gepusht.

Wie geht’s für CHEFKOCH weiter auf TikTok?

Gerade haben wir mit BMG eine Kooperation umgesetzt. Ein „Küchenkonzert“ mit einem ihrer Newcomer Artists, Hanna Batka. Die Singer-Songwriterin hat im Rahmen eines Takeovers einen Livestream auf dem CHEFKOCH-Account gehostet. Sie ist selbst Vegetarierin und hat dort neue, schnelle Rezepte für den Sommer präsentiert und das Ganze mit einem Kitchen Concert verbunden. Das Format war sehr erfolgreich: Wir konnten innerhalb einer Stunde durch den Livestream 5.000 Follower*innen und mehr als 50.000 Herzen/Likes dazugewinnen. Aktuell haben wir damit insgesamt 145.000 Follower*innen und 1,9 Millionen Herzen auf unserem TikTok-Kanal.