Pressemitteilung

Deutsch/tschechischer Festakt zur Lebendigen Elbe in Prag

Hamburg, 09. Dezember 1999 – "Der Schutz der Natur- und Kulturlandschaft Elbe kommt auf beiden Seiten der Grenze gut voran. Die Aufnahme der Elbe in die Liste des UNESCO-Welterbes der Menschheit wäre eine angemessene Anerkennung dafür." Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Gerhard Thielcke, Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe, heute einen Festakt in der Prager Zentrale der tschechischen Naturschutzorganisation TEREZA. Bis zur Eröffnung der Weltausstellung EXPO 2000 am 1. Juni 2000 in Hannover soll der gemeinsame Antrag von Deutschland und der Tschechischen Republik fertiggestellt sein und an die UNESCO offiziell eingereicht werden.

Dr. Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, stellte für die Bundesregierung die Bedeutung des Projekts dar: Am Beispiel der Elbe, die über die Jahrhunderte Ihre Anwohner miteinander verbunden hat und dann plötzlich zur Trennlinie wurde, zeigt sich die ganze Dramatik der Teilung Europas. Daher freut es mich ganz besonders, dass sich Umweltinitiativen aus beiden Ländern dafür einsetzen, die Elbelandschaft als Ganzes auf die Liste der Welterbestätten der UNESCO zu setzen. Als erstes grenzüberschreitendes Projekt dieser Art im UNESCO-Rahmen geht der Symbolcharakter dieses Plans weit über das deutsch-tschechische Verhältnis hinaus.presse/suchergebnisse/festakt_klein.jpg target=_blank>presse/suchergebnisse/festakt_klein.jpg WIDTH=200 HEIGHT=125 VSPACE=5 HSPACE=5 BORDER=0 ALT=Für eine Großansicht auf das Bild klicken ALIGN=right/>

Staatsminister Dr. Volmer erhofft sich neben einem verbesserten Schutz der Natur, einer Verbesserung der Wasserqualität, insbesondere neue Impulse für einen umweltorientierten Tourismus an der Elbe. Entlang der Elbe finden sich einzigartige Kulturdenkmäler ebenso wie Nationalparke und Biosphärenreservate.

Jaroslav Kinkor begrüßte für die tschechische Regierung die Initiative der Deutschen Umwelthilfe und des Druck- und Verlagshauses Gruner + Jahr sowie tschechischer Umweltorganisationen für eine Lebendige Elbe. Tschechien und Deutschland würden ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Wasserqualität auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Wichtig sei es jedoch, den Fluss, seine Auen und die Zuflüsse als ganzes System zu verstehen. Deshalb hat die tschechische Regierung ein besonderes Interesse, dass die Elbe UNESCO-Weltkulturlandschaft wird. Diese Auszeichnung würde mithelfen, die einmaligen Naturschönheiten und Kulturschätze der Elbe einem internationalen Publikum nahe zu bringen.

Gemeinsam mit dem Druck- und Verlagshaus Gruner + Jahr hat die Deutsche Umwelthilfe die grenzüberschreitende Aktion Lebendige Elbe 1997 gestartet. Die Elbe war immer ein europäischer Fluss, der Menschen verbunden hat, so Prof. Thielcke in seiner Ansprache, von finsteren Perioden unserer Geschichte einmal abgesehen. Das wird auch in der Ausstellung deutlich, die mit spektakulären Fotos aus Tschechien und Deutschland die Schönheit der Elblandschaft dokumentiert.

Tschechien ist Schrittmacher für die Bewahrung der Natur an der Elbe, betonte Prof. Thielcke und verwies auf den 1963 ausgewiesenen Nationalpark Riesengebirge, auf die Böhmische Schweiz, die ab 1. Januar 2000 Nationalpark sein wird, und weitere tschechische Schutzgebiete an der Elbe. Tschechien und Deutschland, so Prof. Thielcke, hätten in den letzten 10 Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Labe/Elbe sauberer zu machen. 177 große und viele kleine Klärwerke seien gebaut worden. Damit bewegen wir uns in Richtung unserer gemeinsamen Vision: Die Elbe soll wieder glasklar werden, wie sie einmal war.

Die Anerkennung der Elbe als UNESCO-Welterbe nannte Dr. Maria Hoffacker, Umweltbeauftragte des Verlagshauses Gruner + Jahr, ein angemessenes Prädikat für den pfleglichen Umgang mit der Natur, das auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Touristen aus der ganzen Welt planen ihre Reisen zunehmend in Welterbegebiete.

Den Reiz der Elbe-Landschaften zeigt die Wanderausstellung Lebendige Elbe - Vision eines zukünftigen UNESCO-Welterbes. Die Ausstellung ist noch bis zum15. Dezember 1999 in der Zentrale der Umweltorganisation TEREZA zu sehen.

Nähere Informationen bei:

TEREZA
Jan Prozek
Hastalská 17
110 00Praha 1
Telefon: +420-2-2481-3017
Telefax: +420-2-2481-9161

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Jürgen Resch
Güttinger Straße 19
78315 Radolfzell
Telefon: +49-7732-99950
Telefax: +49-7732-999577

Gruner + Jahr AG & Co
Dr. Maria Hoffacker
Am Baumwall 11
20459 Hamburg
Telefon: +49-40-3703-3878
Telefax: +49-40-3703-5688