Pressemitteilung

AMADEO-Interview mit Günter Grass: Protest gegen die "merkwürdige Verlogenheit" und "Missachtung"

Hamburg, 20. März 2000 – Vivaldi-Porträt und CD gespielt vom italienischen Kult-Ensembles Il Giardino Armonico/Großer Service-Teil: die besten Festivals 2000, Empfehlungen für Musik-Reisen, musikalisches Stadtporträt von Prag, Mozart-Guide

Obwohl ihre Musik aus dem europäischen Kulturschatz nicht wegzudenken ist, werden Sinti und Roma bis heute verfolgt, vertrieben und verachtet. In keiner Volksgruppe gibt es so viele Musiker wie bei den Sinti und Roma. In der aktuellen Ausgabe von AMADEO, dem Musik-Magazin vom stern, das am 24. März erscheint, ergreift Günter Grass Partei für die Sinti und Roma. Gegen die Benachteiligung und zum Schutz vor alltäglicher Diskriminierung hat Grass eine Stiftung für Sinti und Roma eingerichtet.

Grass: ;Quot;Das ist eine merkwürdige Verlogenheit: Auf der einen Seite gibt es die Zigeunerromantik in der Musik von Brahms und Bartók bis zum "Zigeunerbaron". Und auf der anderen Seite diese Aversion gegen die Zigeuner und die ständigen pauschalen Verdächtigungen...Gott sei Dank haben die Juden eine Lobby. Sie haben den Staat Israel, und es gibt auch eine internationale Verantwortung. Das alles trifft auf die Roma und Sinti nicht zu. Selbst als deutsche Staatsbürger sind sie benachteiligt. Deshalb haben wir die Stiftung für Sinti und Roma gegründet. Damit sie einen ähnlichen Schutz ihrer Kultur bekommen wie die anderen Minderheiten auch. So etwas kann sich nur ändern durch gesellschaftlichen Druck, damit die Missachtung, die nach wie vor unterschwellig da ist, endlich geringer wird."

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