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Krieg in der Ukraine: Wie der STERN die Krise begleitet

Hamburg, 25. Februar 2022
Die gesamte STERN-Redaktion arbeitet an der aktuellen Berichterstattung, um die Menschen bestmöglich zu informieren. Stefanie Hellge, stellvertretende Chefredakteurin des STERN, spricht darüber im Interview.

Worauf liegt der Fokus der STERN-Redaktion in dieser Ausnahmesituation?

In einer solchen Lage, die den Beginn eines neuen Zeitalters markiert, geht zunächst alle Kraft in unsere digitalen Kanäle, um den Informationsbedarf der Menschen zu decken. Das Interesse ist sehr groß. Nachrichten aus der Ukraine sind das Erste, was ansteht, dafür haben wir einen Live Blog eingerichtet, in dem aktuelle Videos, Augenzeugenberichte und News zusammengestellt und laufend aktualisiert werden.

Wie geht der STERN in seiner Berichterstattung vor?

Die Einordnung der Geschehnisse ist unsere wichtigste Säule der Berichterstattung. Auch das Heft ziehen wir selbstverständlich neu auf. Wir haben zwei Drittel der Inhalte ausgetauscht und durch aktuelle Berichterstattung ersetzt. Dafür arbeiten wir mit einem Netzwerk an freien Kolleg:innen und Fotograf:innen vor Ort sowie mit eigenen Reporter:innen. Andrzej Rybak beispielsweise berichtet schon seit zwei Wochen für den STERN aus der Ukraine. In den letzten 24 Stunden hat er seine Berichte als Sprachnachrichten übermittelt. Andrea Ritter und Jonas Breng vom STERN sind aktuell im Grenzgebiet von Polen, wo erste Flüchtlingsströme erwartet werden. Jens Mühling bricht auf nach Rumänien. Benedikt Becker aus dem Berliner Büro ist in Estland, um über die Bedrohungslage im Baltikum zu berichten. Bettina Sengling sammelt Szenen aus der Ukraine, die den Krieg für uns begreifbar machen und unterstützt dann die Kolleg:innen vor Ort. Die Situation ist zurzeit noch ständig in Bewegung, so dass wir jederzeit aktuell reagieren müssen. Auch die Verifikation von Bildmaterial ist in einer so unübersichtlichen Lage ein wichtiger Faktor. Für unsere Reporter:innen gilt: Wir achten auf Sicherheit. Ohne entsprechende Ausrüstung wie schusssichere Westen zieht niemand einfach los.

Wie ist die Redaktion aufgestellt?

Wir haben viele Kolleg:innen, die jetzt Sonderschichten schieben, um die sich ständig verändernde Lage im Blick zu behalten. Dabei tauschen wir uns auch mit den Kolleg:innen von RTL und ntv aus. Die gesamte STERN-Redaktion – Grafik, Bildredaktion, Dokumentation/Quality Board, alle Ressorts und Ressortleiter:innen – alle sind an Bord und arbeiten für die bestmögliche Berichterstattung. Selbstverständlich auch am Wochenende.