Pressemitteilung

Der Deutsche Bundestag präsentiert die Ausstellung "Kriegszeiten" des Fotografen Thomas Hegenbart im Paul–Löbe–Haus

Hamburg, 19. November 2003 – Bundestagspräsident Thierse eröffnet die Ausstellung mit eindringlichen Bildern aus dem Irak 2003

Am Montag, den 24. November 2003, eröffnet Bundestagspräsident Wolfgang Thierse um 15 Uhr die Fotoausstellung "Kriegszeiten" von ThomasHegenbart im Paul–Löbe–Haus. Der Hamburger Fotograf war zusammen mit dem stern–Reporter Christoph Reuter von Februar bis Juli 2003 im umkämpften Irak unterwegs. In diesen Monaten hielt Hegenbart die unterschiedlichsten Eindrücke dieses Landes im Krieg fest, die der stern in vielen Reportagen veröffentlichte. Hans–Hermann Klare, Leiter des stern–Auslandsressorts, führt in die Ausstellung ein.

Es sind die Bilder der Menschen in diesen Kriegszeiten, die dem Besucher der Ausstellung das Leben im Irak nahe bringen: die Schmuggler, die zwischen dem Nordirak und seinen Nachbarländern Türkei und Iran alles von Benzin über Bananen bis zu High–tech–Geräten offen oder heimlich über die Grenze bringen; die Plünderer, die vom Krankenhausinventar bis zum Sack Bauhandschuhe alles per Auto, Esel oder auf dem Rücken davontrugen. Hegenbart war auch bei denjenigen, die von den Plünderern heimgesucht wurden, wie die Musik – und Ballettschule von Bagdad. Stille Bilder, die den Versuch dokumentieren, weiterzumachen und nach diesem Kriegwieder in einen Alltag zurückzufinden – so wie das Foto der zehnjährigen Sinab, die versucht, sich in einervöllig verwüsteten Garderobe für ihre ersten Tanzschritte nach Kriegsende passend einzukleiden.

Hegenbart zeigt die Schiiten, die nach tagelangen Fußmärschen das heilige Kerbela erreichten, sich mit Schwertern blutige Wunden am Kopf zufügten und mit dieser Selbstgeißelung symbolisch den Verrat am Prophetenenkel Hussain sühnten. Er begleitete US–Soldaten sowohl an der Front als auch bei ihren "Sight–Seeing"–Touren in Tikrik, der Geburtsstadt Saddam Husseins, als sie den pompösen Hauptpalast des irakischen Diktators besuchten und Erinnerungsfotos schossen. Die Ausstellung zeigt aber auch die Toten und die Opfer des Krieges – viele Kinder werden ein Leben lang an ihm zu tragen haben.

Thomas Hegenbart war bereits von 1969 bis 1974 als Fotograf im Ausland tätig, unter anderem lebte er drei Jahre in Australien. Er arbeitete anschließend fünf Jahre als Werbe– und Modefotograf in Hamburg, bevor er im Auftrag des stern, GEO, des Zeit–Magazins und Focus zahlreiche Reisen unternahm – in den Nahen Osten, nach Namibia, Südafrika, Nepal, Sibirien, USA, Äthiopien und immer wieder in aktuelle Krisen– und Kriegsgebiete wie Libanon, Israel, Nicaragua, Iran, Afghanistan und dem Irak. Der 47–jährige Fotograf lebt heute in Großhansdorf bei Hamburg.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit 72 Fotos erschienen, der in der Ausstellung zum Preis von EURO 15 erhältlich ist.

Fotoausstellung "Kriegszeiten" mit Bildern von Thomas Hegenbart
24. November – 5. Dezember 2003

Öffnungszeiten:
Montag 9–14 Uhr,
Dienstag–Donnerstag 9–16 Uhr,
Freitag 9–13 Uhr

Zugang ohne Voranmeldung unter Vorlage des Personalausweises über den Westeingang des Paul–Löbe–Hauses (Konrad–Adenauer–Str. 1, gegenüber dem Bundeskanzleramt) besichtigt werden.

Für Rückfragen:

Nicole Heinicke
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