Pressemitteilung

Erster Internationaler Elbe-Badetag am 14. Juli 2002:

Hamburg, 09. Juli 2002 –

Die Elbe erfüllt mit Blick auf die Schadstoffbelastung in der Regel die EU-Richtlinie für Badegewässer. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass die Elbe, als ein fließendes Gewässer, einer starken Dynamik unterliegt. Aus diesem Grunde werden nur wenige Flüsse in Deutschland als EU-Badegewässer ausgewiesen. Lokale Besonderheiten, extreme Regenfälle oder die Wassertemperatur können an dem mehr als 1.000 Kilometer langen Fluss immer wieder dazu führen, dass vereinzelt Grenzwerte überschritten werden.

Für den Elbe-Badetag am 14. Juli 2002 haben die Initiatoren von Anfang an den lokalen Veranstaltern empfohlen, Messungen der Wasserqualität der Elbe durchzuführen. Die Bewertung der Ergebnisse der zuständige Landkreise und Bezirksämter orientiert sich an der EU-Badegewässerrichtlinie. Gemessen wurden die für die EU-Badegewässerrichtlinie relevanten Werte an fäkalkoliformen und gesamtkoliformen Bakterien. Die vorliegenden Messergebnisse wurden von der Wassergütestelle Elbe graphisch aufgearbeitet und sind auf der Internetseite des Projektes unter www.elbebadetag.de einzusehen.

Durchweg gute Ergebnisse mit unbedenklichen Werten haben wir in den nördlichen Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein). Die aktuellen Messwerte zeigen, dass die Richtwerte der EU-Norm z.T. um ein Vielfaches unterschritten werden. In Sachsen wurden in den vergangenen zwei Wochen vereinzelt Werte oberhalb des EU-Grenzwertes ermittelt. Wir empfehlen, an diesen Orten nicht zu baden.

Die gleiche Empfehlung gilt auch für die Orte, an denen nicht explizit unbedenkliche Badestellen ausgewiesen wurden. Das Baden in der Elbe ist nicht mit einem Besuch im Schwimmbad zu vergleichen. Jedes offene Gewässer, egal ob Ozean, Badesee oder Fluss, erfordert gemäß den lokalen Gegebenheiten die besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht der Badenden.

Wie in den meisten Flüssen gibt es in der Elbe starke Strömungen, so dass grund-sätzlich nur geübte Schwimmer in Flüssen baden sollten. Jedes Kind lernt, dass man nicht in Wasser springt, wo der Grund nicht zu sehen ist. Mit Badeschuhen kann man sich einfach und effektiv vor spitzen Steinen schützen. Außerdem sollte man darauf achten, nicht zu unterkühlen, da fließende Gewässer in der Regel kälter sind als stehende. Die Initiatoren haben gemeinsam mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft eigens für den Elbe-Badetag ein Faltblatt mit wichtigen Sicherheitstipps für das Schwimmen in Flüssen herausgegeben, das an allen Badeorten verteilt wird. Zusätzlich sollte nicht vergessen werden, dass die Elbe vor allem in Hamburg eine sehr stark befahrene Schifffahrtsstrasse ist. Die lokalen Badefeste wurden seit Monaten geplant und es finden zahlreiche Strandaktivitäten statt. Ein Elbe-Badefest kann auch zum Erlebnis werden, wenn die Besucher im Rahmen einer symbolischen Handlung ihre Beine ins Wasser strecken! Darüber hinaus wird an allen offiziellen Veranstaltungsorten die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen.

Seit der Wende hat sich die Gewässergüte der Elbe deutlich verbessert. Die natürlichen Selbstreinigungsvorgänge, insbesondere in der Oberen und Mittleren Elbe, wurden deutlich gestärkt, die Sauerstoffsituation der Elbe ist bis auf den Bereich der Tideelbe als gut zu bezeichnen. Dies hat dazu geführt, dass heute wieder 94 Fischarten in der Elbe gefunden werden (1992 waren es nur 50 Arten). Bis auf den Atlantischen Stör sind alle früheren Arten wieder vorhanden.

Die enormen Anstrengungen zum Bau der kommunalen Kläranlagen im gesamten Einzugsgebiet der Elbe sind beispielhaft: Seit 1990 wurden 239 größere kommunale Kläranlagen gebaut, davon 61 in der Tschechischen Republik, 177 in Deutschland und eine Anlage am österreichischen Elbezufluss. Damit verfügen jetzt alle Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern im Einzugsgebiet der Elbe über moderne Kläranlagen. Die technologischen Veränderungen in Industriebetrieben haben ebenfalls zu einer Reduzierung der Einleitung von Schadstoffen beigetragen.

Die Idee zu einem Internationalen Elbe-Badetag entstand vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Elbe und die meisten ihrer Zuflüsse während der letzten Jahr-zehnte völlig verschmutzt und zum Teil bis 1989 stark bewachte Grenzflüssewaren. Die Elbe stank, sie war zum schmutzigsten Fluss Europas verkommen, zum Abwasserkanal und zur industriellen Wasserstrasse. Damit war die direkte Nutzung des Flusses durch den Menschen ausgeschlossen, ja sogar gefährlich.

Auch wenn sich die Wasserqualität der Elbe in den letzten Jahren drastisch verbessert hat, bleibt noch viel zu tun. Mit dem Elbe-Badetag wollen wir die Bevölkerung über die bis heute erzielten Verbesserungen informieren. Der Elbe-Badetag soll im Rahmen eines Festes und als Symbol der Versöhnung des Menschen mit dem Elbe-Strom geschehen. Ein Ausdruck des Wunsches nach weiteren Anstrengungen ist es, Quellwasser der Elbe bei den lokalen Badefesten in die Elbe zu gießen.

Für Rückfragen:

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Roberto Epple
Telefon: +49-171-7532414
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Agnes Sauter
Telefon: +49-175-5724833
Gruner + Jahr
Dr. Maria Hoffacker
Telefon: +49-40-3703-3878