Pressemitteilung

"Ökomanager des Jahres" von WWF und "Capital":

Hamburg, 25. November 2002 –

Dr. Robert Kugler, Geschäftsführer der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, München, ist "Ökomanager des Jahres 2002" für den Bereich Konzerne. Das erste Mal vergeben "Capital" und WWF einen Sonderpreis für ein Großunternehmen im Ausland. Ausgezeichnet wurde Dr. Anton Scherrer, Präsident des Migros Genossenschafts-Bundes mit Sitz in Zürich. Bei den mittelständischen Unternehmen sind es Gräfin Sonja Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, und Dr. Manfred Kohlhase, Vorstand der Weleda AG in Schwäbisch-Gmünd. Die Auszeichnungen wurden heute vom WWF Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin "Capital" in Anwesenheit des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, in Berlin übergeben.

Inzwischen zum zwölften Mal zeichnen die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund For Nature), die größte private Natur- und Umweltschutzorganisation der Welt, und die Redaktion "Capital" die "Ökomanager des Jahres" aus. Der Umweltpreis ist dank seiner herausragenden Preisträger einer der renommiertesten Deutschlands. Das Engagement der Ökomanager, ihre Kreativität und ihr Durchsetzungswille bei den anstehenden Umweltaufgaben haben maßgeblich dazu beigetragen, dass nachhaltiges Wirtschaften inzwischen Ziel jedes weitsichtigen Unternehmers geworden ist.

Für Jury-Mitglied Carl-Albrecht von Treuenfels, Präsident des WWF Deutschland, zeigen die Ökomanager 2002, was Unternehmer für die Umwelt leisten können: "Die Preisträger setzen über ihre Unternehmen hinaus Maßstäbe für die gesamte deutsche Wirtschaft."

Konsequent umweltschonende Technik
Der weltweit tätige Hersteller BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH baut seine Geräte überall nach den gleichen strengen Umweltvorschriften – ob in Bayern oder Thailand, den USA oder Brasilien. Die damit erzielten Energieeinsparungen sind eindrucksvoll: Seit 1991 wurden allein in der deutschen Produktion 34 Prozent der Energie, 41 Prozent der Verpackungen, 42 Prozent Abfälle und 72 Prozent Wasser eingespart. Für Geschäftsführer Dr. Robert Kugler hat das Thema Umwelt bereits seit langem große Bedeutung: "Der sparsame Umgang mit Ressourcen war schon während meines Studiums Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in Wien ein wichtiges Thema". Und bei seinem Hobby, dem Bergwandern, erlebt Kugler, wie zerbrechlich Öko-Systeme sind. Bei BSH setzt er diese Erkenntnisse in innovative Produkte um. Zuständig für Entwicklung, Produktion und Umweltschutz gerät er bei intelligenten Backöfen oder Spülmaschinen ins Schwärmen. Die neueste Geschirrspülmaschine beispielsweise hat nur noch einen An- bzw. Aus-Knopf, alles andere läuft automatisch: Sensoren messen den Kalkgehalt des Wassers und dessen Verschmutzungsgrad und steuern die Temperatur und Frischwasserzufuhr – viel schlauer als die Nutzer, die oft ein zu intensives Programm wählen. Die heutigen Spüler verbrauchen fünf Liter weniger Wasser als ihre Vorgänger, so dass die jährlich 2,8 Millionen von BSH produzierten Geräte so viel Wasser einsparen, wie 1,4 Millionen Bundesbürger im Jahr konsumieren.

BSH ist trotz erheblicher Konkurrenz die Nr. 1 in Europa: "Nur mit Innovationen können wir in Europa gegen Billigimporte bestehen", sagt Kugler, "wir wollen Maßstäbe setzen". Ab 2004 wird er Waschmaschinen in den USA anbieten, wo nach wie vor Toplader dominieren, die viel Wasser, Energie und aggressive Waschmittel verbrauchen. In China und Brasilien beriet BSH die Behörden bei der Einführung von Gütesiegeln für sparsame Geräte. Um die Werke in den verschiedenen Ländern vergleichen zu können, gibt es weltweit gleiche Vorgaben für die Umweltkennziffern. Auch das Mitarbeiter-Training erfolgt nach gleichen Maßstäben. Die Fabriken werden regelmäßig von externen Sachverständigen geprüft, alle sieben deutschen und sechs spanische Fabriken sind nach den EU-Öko-Richtlinien zertifiziert. Weitere 14 Fabriken wurden nach der internationalen Umweltnorm ISO 14001 geprüft – auch zwei Werke in China – und bis 2005 sollen alle anderen nachziehen. Seit 1991 informiert BSH jährlich mit einem Umweltbericht. Und schon seit 1993 setzt der Hausgerätehersteller umweltneutrale Kohlenwasserstoffe (KW) als Kältemittel ein, die weder die Ozonschicht schädigen, noch als Treibhausgas wirken. 1998 startete die Produktion von KW-Kühlschränken in China – dieses best-practice-Beispiel durfte BSH im September dieses Jahres auf dem Umweltgipfel in Johannisburg präsentieren. "Gerade Schwellen- und Entwicklungsländer brauchen neue Umwelttechnik ohne Problemstoffe, weil sie diese kaum sachgemäß recyceln können," erklärt Ökomanager Kugler.

Sonderpreis für den größten Händler der Schweiz
Der Migros-Genossenschafts-Bund mit Sitz in Zürich ist im Besitz von 1,9 Millionen Schweizern, das ist fast ein Viertel der Bevölkerung, die hohe Erwartungen an "ihren" Händler haben. Dr. Anton Scherrer, seit 1990 im Vorstand und seit 2001 Präsident der operativen Geschäftsführung, formuliert das so: "Unsere Mitglieder stellen hohe Anforderungen an uns, dazu zählen günstige Preise und immer mehr sozial und ökologisch einwandfrei erzeugte Produkte." Die Eidgenossen kaufen im Schnitt deutlich mehr Öko-Produkte als die Deutschen, so beträgt der Anteil der Öko-Ware an den Lebensmitteln bei Migros neun Prozent. Neben reinen Bio-Produkten verkauft Migros im großen Umfang Fleisch aus artgerechter Haltung. Tunfisch muss Delphin schonend gefangen worden sein, Fleisch des vom Aussterben bedrohten Hais fehlt ganz. Bananen, Kaffee, Tee und Blumen bietet Migros auch aus umweltschonendem und fairem Anbau. Das Palmöl für die Migros-Margarine-Produktion stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen, für die kein Regenwald abgeholzt wird.

Migros nützt seine Nachfragemacht für die Umwelt. Anton Scherrer: "Unsere Bestellmengen sind so groß, dass Lieferanten auf Sonderwünsche eingehen. Am Ende sind die Waren oft gar nicht teurer als bei umweltbelastender Produktion. Das gilt insbesondere für Eco-Textilien." Die müssen nicht nur umweltschonend hergestellt worden sein, sondern auch unter sozial akzeptablen Arbeitsbedingungen. Die Produzenten – meist in Asien – lässt die Migros nicht nur streng kontrollieren, sondern auch beraten. Bei Produkten des ökologischen Landbaus sieht Anton Scherrer jedoch Preisgrenzen, auch wenn die Verbraucher dafür inzwischen bis zu 20 Prozent höhere Kosten als bei normalen Produkten akzeptierten.

Beim Thema Energie ist Scherrer kompromisslos: Die Abwärme der Tiefkühlanlagen heizt das Waschwasser, die Abluft der Klimaanlagen wärmt im Winter die Zuluft. Aus Lebensmitteln, die zu lange im Regal lagerten, sowie aus den Speiseresten der Restaurants wird Biogas mit einem Heizwert von etwa einer Million Liter Diesel im Jahr. Als Zeichen gegen die wachsende Blechlawine auf den Straßen sponsert Migros die Mobility-Carsharing-Genossenschaft, die nicht zuletzt dank dieser Unterstützung 50.000 Mitglieder hat.

Blumenpracht mit natürlichen Methoden
Wie das funktioniert, schauen sich auf der Bodenseeinsel Mainau jedes Jahr rund 1,4 Millionen Besucher an. "Ob Schmetterlingshaus, Palmengarten oder Lehrpfad – wir wollen Besuchern in lockerer Form die natürlichen Zusammenhänge zeigen", betont Ökomanagerin Gräfin Sonja Bernadotte. Die Bodensee-Insel, die der Familie seit 1853 gehört, wird von der Mainau GmbH bewirtschaftet, die seit 1981 von der Gräfin geleitet wird. Vor zwölf Jahren formulierte sie bereits ein anspruchsvolles Ökokonzept. So gründete sie eine "Grüne Schule" für naturkundliche Kurse. Der Obstanbau wird seit 1992 nach Bioland-Regeln durchgeführt. Zehn Prozent der Produkte, die in der Mainau-Gastronomie verwendet werden, stammen aus Bio-Anbau; in den Souvenirläden gibt es nichts aus PVC.

1998 ließ Gräfin Sonja ihre Umweltschutzaktivitäten als erster deutscher TouristikBetrieb nach den EU-Öko-Richtlinien prüfen. Durch den Bau einer Holzheizung und zweier Gasheizkraftwerke konnten die Kohlendioxid-Emissionen halbiert werden. Der Ausbau der Abwasseranlagen spart erheblich Gebühren. Nur dass so viele Gäste noch mit dem Auto anreisen, möch