Pressemitteilung

Presserat weist Beschwerde gegen stern wegen Kanzler-Titel als unbegründet ab

Hamburg, 04. Juli 2002 –

Die Darstellung von Bundeskanzler Schröder als nackter Herrscher ist nach dem Urteil des Gremiums eine zulässige Satire und presseethisch nicht zu kritisieren

Der Deutsche Presserat hat in seiner Sitzung vom 18. Juni 2002 eine Beschwerde gegen den stern als unbegründet abgewiesen, die sich gegen eine Titel-Darstellung von Kanzler Schröder als nackter Mann richtete. Stein des Anstoßes war eine Illustration von Wieslaw Smetek auf der Titelseite der stern-Ausgabe 21/2002. Betitelt mit den Worten Die nackte Wahrheit - Kann Schröder noch gewinnen? zeigte das Bild Schröder im Stile eines in Öl gemalten Renaissance-Herrschers entblößt und nur mit einem Feigenblatt bedeckt.

In der Begründung des Presserats heißt es, dass eine Verletzung von Ziffer 1 des Pressekodex (Achtung vor der Wahrheit, Wahrung der Menschenwürde und wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit als oberste Gebote der Presse) nicht vorliegt. Die Darstellung verletze weder die Menschenwürde von Bundeskanzler Schröder noch wird das Amt des Bundeskanzlers herabgewürdigt. Weiter heißt es: Das Gremium beurteilte die Veröffentlichung als zulässige Satire, mit der auf das Editorial der stern-Ausgabe Bezug genommen wird. Hier wird an das Märchen 'Des Kaisers neue Kleider' erinnert: Gerhard Schröder ist der 'entzauberte Regent', dem nur noch ein rot-grünes Feigenblatt geblieben ist.

Der Presserat kommt in seiner Bewertung zu dem Schluss, dass diese Darstellung presseethisch nicht zu kritisieren ist. Das Bild ist zwar provozierend, jedoch nicht herabwürdigend.

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