Pressemitteilung

Schüler würden anders bauen

Hamburg, 08. September 2004 – 9000 Schüler haben sich am Schülerwettbewerb "Baut auf uns!" von STERN, Schwäbisch Hall und dem Deutschen Kinderhilfswerk beteiligt / Bundestagspräsident Wolfgang Thierse lobt Engagement der Teilnehmer und zeichnet Preisträger aus

Schüler wünschen sich bei der Gestaltungihres Wohnumfelds großzügige Wohnzimmer, gemeinsame Gärten, Farbleitsystemezur Orientierung in Innenstädten sowie gut ausgeleuchtete Plätze undUnterführungen. Das zeigen die Ergebnisse des Kinder- und Jugendwettbewerbs"Baut auf uns" vom STERN, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und dem DeutschenKinderhilfswerk, an dem sich rund 9.000 Schüler mit Gruppen- undEinzelentwürfen beteiligt haben. Darüber hinaus fordern Kinder undJugendliche mehr Natur in den Städten sowie den Umbau von Brachflächenund ehemaligen Industriegebäuden in urbane Erlebnisräume.Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Schirmherr der Aktion, würdigteheute die Ergebnisse des Wettbewerbs in der Berliner Philharmonie undzeichnete die Gewinner des mit 28000 Euro dotierten Wettbewerbs aus.Von den eingereichten Arbeiten und dem Engagement der Teilnehmer zeigtesich Thierse begeistert: "Oft wird geklagt, die Jugend von heute seidesinteressiert und konsumorientiert. Doch Aktionen wie ‚Baut auf uns!´zeigen, dass die Bereitschaft, sich an politischen Prozessen zu beteiligen,bei vielen jungen Menschen vorhanden ist."

Den 1. Preis in der Kategorie für Schüler der Klassen 1-4 gewinnt dieSchülerzeitung "Ratzge" der Berg-Grundschule in Heidenheim. DieJungredakteure haben sich mit der Frage auseinander gesetzt, wie sichheruntergekommene Häuser beispielsweise in ein Malstudio und einenNaturschutzclub mit Schülerrestaurant umwandeln lassen. Einbrachliegendes Gelände soll zum Naherholungsgebiet werden. Für ihreWohnmodelle der Zukunft wurde die 8. Realschulklasse der Valentin-Traudt-Schule in Kassel von der Jury mit dem 1. Preis in der Kategorie derKlassen 5-9 ausgezeichnet. Wie ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkriegin ein Jugendzentrum umgewandelt werden kann, beschreiben vier Mitgliederdes Caritasverbandes Wuppertal anhand eines Konzepts samt Modell. Die vierSchüler belegten den ersten Platz in der Kategorie der Klassen 10-13.Alle Preise sind mit 1500 Euro dotiert. Den 1. Preis des zusätzlich vomDeutschen Kinderhilfswerk ausgelobten Sonderpreises für Schulgestaltunggewinnt die Joseph-von-Eichendorff-Schule in Kassel für ihr Konzept zurSanierung der Schultoiletten. Der Preis ist mit 10000 Euro dotiert.

Interesse für politische Prozesse

"Was den Kindern und Jugendlichen an den derzeitigen Städten undSiedlungsräumen missfällt, müssen wir ernst nehmen", fordertSusanne Kessen, Bereichsleiterin Vorstandstab/Kommunikation vonSchwäbisch Hall und Mitglied der "Baut auf uns!"-Jury. Eine ausgewogeneEntwicklung lasse sich nur erreichen, wenn die Belange aller, Erwachsenerwie Kinder, berücksichtigt würden. Deshalb seien die aus dem Wettbewerbgewonnen Erkenntnisse für die Auslober so wichtig. "Die Menschen, allenvoran Kinder und Jugendliche, sind mit ihrem Wohnumfeld unzufrieden -weil die Entwicklung vieler Städte und Gemeinden praktisch an ihnenvorbeiläuft und sie kein Gehör bei den Entscheidungsträgern in derVerwaltung finden", stellt Frank Thomsen, Ressortleiter Politik undWirtschaft des STERN, fest. Deshalb sei "Baut auf uns!" als Forum undauch als Sprachrohr zu verstehen. "Junge Menschen ergreifen die Chancemitzugestalten, aber sie brauchen Unterstützung, eine Art Anschubhilfe",berichtet Dr. Heiderose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des DeutschenKinderhilfswerks, aus ihrer täglichen Praxis.

Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie einfach sich das Thema Baukulturin den Unterricht integrieren lasse, sagt der Hamburger Architekturprofessorund Vorsitzende der "Baut auf uns!"-Jury Gert Kähler. "Die gebaute Umgebungbeeinflusst jeden einzelnen Menschen. Deshalb muss das Thema als Teil desBildungssystems anerkannt werden", fordert Kähler. Und die Lehrer sindoffen für dieses Thema. So kennt die Hilfsbereitschaft mancher Lehrerpraktisch keine Grenzen: Martin Vonhoff, Betreuer der "Ratzge"-Redakteure,hatte das Modell seiner Heidenheimer Schüler eigens zum STERN nach Hamburggefahren, um sicher zu gehen, dass es heil ankommt.

Erstaunlich realistische Lösungsvorschläge

Die Auslober sind von der großartigen Resonanz beeindruckt. Ziel der Aktion"Baut auf uns!" vom STERN, Schwäbisch Hall und dem Deutschen Kinderhilfswerkist es, die Wohnträume von Kindern und Jugendlichen zu erkunden. Fünf Wünschetauchten in den Beiträgen immer wieder auf:

Geselliges Wohnen: Für das Zusammenleben von Jung und Alt unter einem Dachschlagen die Kinder großzügigere Wohnzimmer oder gemeinsame Gärten vor.

Klare Orientierung: Städte in ihrer jetzigen Form wirken auf Kinderoffensichtlich einschüchternd. Mit Leitsystemen und dem Einsatz von Farbefür Kennungen lösen die Teilnehmer dieses Problem.

Angstfreies Leben: Schlecht ausgeleuchtete Plätze, düstere Ecken und tristeUnterführungen bemängeln die Kinder und Jugendlichen. Zahlreiche Entwürfebeschäftigen sich mit einer besseren Ausleuchtung undfreundlicheren Gestaltung.

Grünere Städte: Einerseits wünschen sich die meisten Teilnehmer mehrNatur in den Städten. Mit erstaunlichem Realitätssinn versuchen sie,den Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach mehr Grün und den Zwängen einesurbanen Lebens aufzulösen.

Größere Freiheiten: Kinder wollen mehr Platz, und sie wollen ihnselbst gestalten. Standardlösungen lehnen sie ab. Deshalb spielt derUmbau von Brachflächen oder stillgelegten Fabrikgebäuden in Erlebnisräumein vielen Arbeiten die Hauptrolle.

Um möglichst viele unterschiedliche Anregungen zu bekommen, ist dieAusschreibung sehr offen formuliert worden. Von der Bleistiftzeichnungbis zum Videobeitrag war alles erlaubt. Beteiligen konnten sich Schüleraller Jahrgänge mit Teamentwürfen oder Einzelprojekten. Die Arbeitendurften privat oder im Unterricht angefertigt werden. Aus der Vielzahlder Ideen filterte eine Jury die schönsten und kreativsten heraus.Zur gerechteren Vergleichbarkeit wurde in drei Kategorien gewertet -von der 1. bis zur 4. Klasse (Kategorie 1), von der 5. biszur 9. (Kategorie 2) und von der 10. bis zur 13. Jahrgangsstufe (Kategorie 3).In jeder Kategorie gab es drei Hauptpreise zu gewinnen. Mit 1500 Euro wurdeder 1. Preis belohnt, der 2. Preis war mit 1000 Euro dotiert und der3. Preis mit 500 Euro. In den Kategorien 2 und 3 wurde der 3. Preiszweimal vergeben. Für die Ränge 4 bis 10 gab es Sachpreise.

"Baut auf uns!" ist der vierte gemeinsame Wettbewerb von STERN undSchwäbisch Hall. Bereits 1996 hatten beide Partner die Aktion"Wunschhäuser der Deutschen" entwickelt und zwei Jahre später dasProjekt "Wohnen in der Stadt" initiiert, um Ideen und Lösungen fürzeitgemäßes und familiengerechtes Wohnen aufzuzeigen. 2002 suchtender STERN und Schwäbisch Hall Leitprojekte für vitale, sozialeQuartiere und Stadtteilzentren.

Die Erkenntnisse aus der Aktion sternstadt schufen die Basis für denaktuellen Wettbewerb. Als Teil der Ausstellung "Organische Architektur"sind die Siegerprojekte und ausgewählte Arbeiten bis einschließlich8. Dezember 2004 im Foyer der Kammermusik in derBerliner Philharmonie zu sehen.

Fotomaterial und weitere Informationen bieten <a" onfocus="this.blur() target=_new href=http://www.schwaebisch-hall.de/aktuelles>www.schwaebisch-hall.de/aktuellesund <a" onfocus="this.blur() target=_new href=http://www.sternstadt-forum.de>www.sternstadt-forum.de

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"Baut auf uns!"
von STERN, Schwäbisch Hall und dem Deutschen Kinderhilfswerk