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„Wir beteiligen uns nicht an Panik-Themen“

Hamburg, den 4. März 2022 – Der STERN setzt in allen Kanälen seine ganze journalistische Kraft darauf, die Menschen unabhängig und faktensicher über den Krieg in der Ukraine zu informieren. Im Interview spricht Laura-Lena Förster über das Informationsbedürfnis der Menschen. Laura-Lena Förster verantwortet als stellvertretende Chefredakteurin die STERN-Kanäle und ist damit für die Distribution der Inhalte über Print, Digital, Social Media, Audio und Video zuständig.

Der STERN berichtet seit einer Woche schwerpunktmäßig über den Krieg in der Ukraine, mit einem Liveblog auf STERN.de, Interviews und Hintergründen. Wie informieren sich die Menschen beim STERN, was zeigen die Zugriffszahlen?

Das Informationsbedürfnis ist immens, das können wir an den Zahlen ablesen. Was uns in unserer typischen STERN-Haltung bestätigt, ist das Plus von 38 Prozent bei den Direktzugriffen auf unsere Homepage. Daran sehen wir, dass die Menschen gezielt zum STERN kommen, um sich zu informieren. Sie vertrauen der Marke und halten die Informationen für glaubwürdig.

Dieses Vertrauen ist für uns noch wichtiger als jeder Reichweitenrekord, weil es sicherstellt, dass die Menschen wiederkommen. Der STERN steht für eine Haltung, und das wird vom Publikum honoriert. Dazu gehört, dass wir uns beispielsweise nicht an Panik-Themen beteiligen. Am Wochenende schoss bei der Google-Suche der Begriff „Dritter Weltkrieg“ in die Höhe. Und obwohl wir über SEO die höchsten Zugriffe auf unsere Seite erzielen, springen wir darauf nicht an und bleiben bei unserer Prämisse: Wir berichten seriös, gefasst und faktenbasiert.

Insgesamt stieg seit Beginn des Krieges am 24. Februar die Reichweite auf STERN.de um deutliche 44 Prozent bei den Visits und um 36 Prozent bei den Page Impressions. Wir haben seit diesem Tag 33 Prozent mehr Nutzerinnen und Nutzer als im Vergleichszeitraum Februar 2021. Das gilt für alle Zugriffsquellen, also alle Kanäle, über die die Menschen mit dem STERN in Berührung kommen. Der vergangene Montag war der reichweitenstärkste Tag des Jahres: bei den Visits, Page Impressions und Paid-Aufrufen.

Welche Themen interessieren die Menschen am stärksten?

Im Free-Bereich interessierte unser Liveblog, in dem wir die aktuellen Entwicklungen vermelden, die meisten Menschen. Auch die Infografiken über Angriffe, Truppenstärken und Nato-Präsenz stießen auf große Nachfrage.

Und wie entwickelt sich das PLUS-Angebot in dieser Lage?

Auch unserer Bezahlangebot entwickelt sich bemerkenswert: Seit dem 24. Februar generieren wir pro Tag durchschnittlich 30 Prozent mehr Testabos als im Vergleich zum Rest des Monats. Wir haben das komplette Wochenende über das Thema mit Hintergründen, Analysen, Reportagen und Interviews begleitet. Normalerweise liegt unser Fokus am Wochenende eher auf Lese- und Magazinstücken. Die Interviews mit dem Politologen Herfried Münkler, Ex-US-General Ben Hodges und dem Ex-Verteidigungsminister der Ukraine Andriy Zagorodnyuk waren im PLUS-Bereich die mit Abstand meistaufgerufenen Artikel.

Wie viele Artikel habt Ihr zur aktuellen Lage bisher veröffentlicht?

Der Liveblog ist eines unserer Herzstücke. Er zählt mittlerweile mehr als 600 Newseinträge, wir aktualisieren ihn etwa alle neun Minuten. In weiteren Beiträgen auf STERN.de und im PLUS-Bereich widmen wir uns den Hintergründen, ordnen ein, zeigen, was der Krieg für die Menschen bedeutet oder analysieren Fake-News, mit denen die Sozialen Medien momentan in Form von Videos und Bildern geflutet werden. Da kommen wir bis heute auf mehr als 200 Artikel und 50 Videos.

Die historische Lage schlägt sich selbstverständlich auch in unserer Heftplanung nieder. Mehr als die Hälfte der aktuellen Ausgabe ist der Ukraine gewidmet. Wir haben den Hefteinstieg komplett umgestellt. Dabei haben wir die „Bilder der Woche“ von drei auf acht Doppelseiten erweitert und erzählen dann in sechs großen Stücken über den Krieg. Unsere Reporter:innen berichten aus der Ukraine und zeigen die Folgen der kämpferischen Auseinandersetzungen unter anderem in Polen, Rumänien, Estland und Griechenland.