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Frank Vogel: "Wir haben eine intensive Zeit vor uns"

Hamburg, den 03.09.2020 - Im G+J-Intranet spricht Frank Vogel, G+J Vermarktungschef & CSMO der Ad Alliance, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Werbemarkt.

Frank, uns ist klar, dass diese Frage momentan nicht leicht zu beantworten ist, aber kannst du uns eine Prognose für dieses Geschäftsjahr geben?

Fakt ist: Der Werbemarkt muss Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Krise hinnehmen. Die ZAW-Prognose für 2020 geht beispielsweise von einem Minus von zehn Prozent aus – ohne einen erneuten Lockdown. Aktuell sehen wir allerdings ein wenig Licht am Ende des Tunnels: Die Unternehmen haben sich nach und nach in der neuen Normalität eingependelt und schalten wieder vermehrt Werbung. Wir hoffen, dass die Wirtschaft im Herbst weiter anlaufen und damit auch die Werbewirtschaft wieder aufs Gaspedal treten wird.

Die genaue Höhe der Einbußen sowie die Folgen sind für die Ad Alliance noch nicht komplett absehbar. Zum einen natürlich, weil wir in einer dynamischen Entwicklung stecken, und zum anderen, weil der entscheidende Zeitraum für alle Mediengattungen wie immer das 4. Quartal sein wird – und das wird in diesem Jahr besonders spannend werden. Wir hoffen darauf, dass wir noch Teile der eingefrorenen Budgets erhalten werden und zudem beginnen wir bereits im September mit den Planungsgesprächen für 2021. Wir haben also eine intensive Zeit vor uns.

Wird sich die Arbeit im Sales-Bereich durch Corona dauerhaft verändern?

Definitiv. Wir haben in der Krisenzeit gelernt noch intensiver mit den Kund*innen in den Dialog zu gehen und noch spontaner und individueller auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Das haben wir in den letzten Wochen und Monaten ausgefeilt und werden daran festhalten. Es hat sich gezeigt, dass uns das sehr gut zu Gesicht steht und wir durch den intensiveren Austausch noch authentischer und partnerschaftlicher wahrgenommen werden. Corona-Learnings können also auch ganz einfach sein – und gerade darum so wirkungsvoll.

Was wir aus dem Corona-Alltag mitnehmen werden, ist sicherlich die Mischung aus physischen und virtuellen Terminen. Mit dem „Remote-Café“ haben wir beispielsweise ein sehr schönes Format etabliert, das wir behalten werden. Hier laden wir regelmäßig eine kleine digitale Runde ein und informieren über Neuigkeiten aus dem Ad Alliance Kosmos – als "Warm-Upper" für die darauffolgenden Spezialisten-Termine.

Wie hilfreich ist es für G+J in diesen Zeiten, Teil der Ad Alliance zu sein?

Wir sind Teil eines Portfolios, das nahezu alle Gattungen umfasst und daher können wir voll und ganz auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kund*innen eingehen. Als Ad Alliance denken wir nicht unbedingt in einzelnen Kanälen oder Vertriebswegen, sondern ganzheitlich. Dank dieser sehr breiten Aufstellung hat uns Corona nicht ganz so hart getroffen, wie kleinere Vermarkter, die häufig „nur“ ein Baustein von vielen im Media-Mix sind – das ist ein Vorteil, der vor allem jetzt in der Krise deutlich spürbar ist.

Was ratet ihr euren Kund*innen? Was habt ihr für Ideen in der Krise entwickelt?

Nach vorne zu blicken und wieder aktiver zu werden! Markenkommunikation bietet Sicherheit und Orientierung, informiert und kann ein Anker sein. Studienergebnisse, Zahlen und Modellings – darüber haben wir viel gesprochen, denn sie sind ein Beleg dafür, dass es nicht gut ist, in Krisenzeiten die Kommunikation zu stoppen. Entsprechend haben wir besondere Angebote und Werbelösungen entwickelt, die beispielsweise auf das Wir- bzw. Gemeinsamkeits-Gefühl gesetzt haben: Special Ads im „Gemeinsam gegen Corona“-Design, wurden entwickelt, eine „Corona-Werbeinsel“ konzipiert oder auch die #wewillkissagain-Initiative ins Leben gerufen. So unterschiedlich unsere Kund*innen in Krisenzeiten reagieren, so kreativ und individuelle wurden Lösungen für sie entwickelt – einen Einblick findet ihr auf unserer speziellen Corona-Seite. Die Konzeption unserer Angebot ist ab dem dritten Quartal wieder mehr nach vorn gerichtet. Unsere Angebote und Lösungen thematisieren somit Corona gar nicht mehr oder nur noch am Rande. Damit kommen wir dem Wunsch nach „Normalität“ nach. Der Deutschland-Deal zahlt darauf ein. Es ist ein koordiniertes Angebot von Ad Alliance und Media Impact bei dem Kunden aus unserem Markenportfolio drei Marken als Präsentatoren für ihren speziellen Deal auswählen können. Es ist sozusagen ein Angebot, das zum Abverkauf aktiviert. Daneben erhalten Metathemen wie Nachhaltigkeit wieder mehr Beachtung, auf dieses Bedürfnis antworten wir gemeinsam mit der Content Alliance und der Nachhaltigkeitswoche.