Pressemitteilung

"Generation Woman" - Das Superweib hat ausgedient

Hamburg, 12. Oktober 2004 – Die neue Rheingold-Studie "Generation Woman" im Auftrag der Zeitschrift WOMAN beschreibt das Lebensgefühl von Frauen um die 30 in Deutschland

Sie ist erfolgreich im Beruf, genießtihr Leben in vollen Zügen, bringt Kinder und Karriere spielend untereinen Hut und ist nach einem 12-Stunden-Tag noch gut gelaunt undeine leidenschaftliche Liebhaberin: Derartige Superweiber waren nochvor einigen Jahren das Ideal vieler Frauen und bevölkerten Romane,Filme und Werbekampagnen. Zu Zeiten des Internet-Hypes und derallgemeinen Aufbruchstimmung galt auch für viele Frauen das Motto"anything goes". Und heute? Alles vorbei?

Folgende Zahlen bilden die Realität junger Frauen in Deutschland ab:Das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt des erstenKindes beträgt knapp 30 Jahre. Die durchschnittliche Kinderzahlpro Frau betrug im Jahr 2003 1,3 Kinder;* die gewünschte Kinderzahl2,2 Kinder**. 42 Prozent der Akademikerinnen zwischen 35-40-Jahren istkinderlos, in sechs Jahren steigt der Anteil auf 50 Prozent.Rund 70 Prozent der Mütter mit Kindern unter 3 Jahren sind nichterwerbstätig.* In Partnerschaften mit Kind nehmen etwa 5 Prozentder Männer Elternzeit.***

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Ideal der Verbindungvieler unterschiedlicher, teils konkurrierender Wünsche undAnforderungen an das eigene Leben einem neuen Realismus undPragmatismus gewichen ist. Die jungen Frauen sind ernüchtert,dass die großen Hoffnungen verflogen sind und die Ideale der Realitätnicht standhalten. Gleichzeitig sind viele Frauen erleichtert undempfinden es als Entlastung, nicht mehr nach dem Ideal des Superweibsstreben zu müssen. Sie sind Selbst-Erfinderinnen der für sie passendenLebensentwürfe und fügen die Puzzleteile des Lebens zu einem großen,Sinn stiftenden Ganzen zusammen.

Das heutige Lebensgefühl der jungen Frauen zwischen 25 und 35 Jahrenhat laut Studie fünf unterschiedliche Ausprägungen, die abhängigsind von der jeweiligen Lebensphase und der Persönlichkeit der Frau,jedoch unabhängig von ihrem jeweiligen Alter:

Wohlige Unbekümmertheit
Diese Frauen leben in der wohligen Vorstellung,die Fülle der Lebensoptionen noch vor sich zu haben. Alles ist nochoffen. Sie haben einen Beruf oder beenden gerade die Ausbildung undleben in einer eigenen Wohnung, manchmal auch mit einem Partner. DerKontakt zu den Eltern ist noch sehr intensiv und gibt Sicherheit fürdas eigene Leben. Sie strahlen Optimismus und eine fröhlicheZufriedenheit aus. Allerdings spüren sie bereits ein leises Gefühlder Unruhe bezüglich der künftigen Lebensgestaltung, das aber nocherfolgreich verdrängt werden kann: "Das Leben wird sichschon irgendwie fügen".

Spannungsvolle Zerrissenheit
Charakteristisch für diese Frauen ist ein spürbares Gefühlder Unruhe und Unzufriedenheit. Sie haben nochkeine Kinder, leben aber meist in einer Beziehung. Beruflich wissensie mehr oder weniger, was sie wollen. Diese Frauen glauben, sichbald festlegen zu müssen bezüglich der Lebensoption Mutterschaftund damit bei Partnerwahl, Karriere und Nestbau Weichen zu stellen.Die vielfältigen Lebensoptionen können nicht mehr problemlos in derSchwebe gehalten werden. Die Frauen verspüren die Notwendigkeit,die Optionen zu gewichten, Prioritäten zu setzen und sichgegebenenfalls zu entscheiden. Virtuose Verhinderung Frauen mitdiesem Lebensgefühl sind ambivalent. Sie haben sich noch nicht füreine konkrete Lebensrichtung entschieden, sprechen sich abergrundsätzlich für eine solche aus. Aber ein Puzzlestück, eineBedingung (z.B. der richtige Partner) fehlt noch, um dasentsprechende Lebenskonzept auch zu verwirklichen. Damit verhindernsie jedoch die konkrete Umsetzung ihrer Lebensvorstellungen undberufen sich dabei oft auf vermeintlich äußere Zwänge und Umstände(z.B. das ideale Jobangebot in der ‚falschen´ Stadt, das deshalbausgeschlagen wird).

Verwirklichung als Mutter
Diese Frauen setzen ihre Priorität auf das Mutter-Werden/-Sein.Dies ist für die Frauen einerseits erleichternd, da damit einesehr wichtige Entscheidung gefallenist und für Frauen die Mutterschaft nach wie vor das stärksteBild für Entwicklung im Leben darstellt. Andererseits müssendie Frauen ihre eigenen Bedürfnisse und Erwartungen jetzt neuausbalancieren, was auch den - zum Teil schmerzlich empfundenen -Verzicht auf andere Lebensoptionen mit sich bringen kann. So kanndas Mutter-Werden/-Sein als glückliche, unglückliche oderhoffnungsvolle Verwirklichung empfunden werden, je nachdem wiezufrieden die Frauen mit ihrer derzeitigen Lebenssituation sind.

Berufliche Verwirklichung
Wenn Frauen sich für die berufliche Verwirklichungentschieden haben, so die Ergebnisse der Studie,impliziert dies auch heute noch meist die - zumindest temporäre -Entscheidung gegen das Mutter-Sein. Das Lebensgefühl dieser Frauenzeichnet sich durch einen hohen Grad der Zufriedenheit aus. Siesetzen auf die persönliche Entwicklung in den Bereichen beruflicheKarriere, Hobbies, Freunde, Kultur, Reisen, soziales Engagement etc.,woraus sie große persönliche Befriedigung und einstarkes Selbstbewusstsein ziehen.

Die qualitative Studie "Generation Woman" wurde vom unabhängigenMarktforschungsinstitut Rheingold in Köln im Auftrag derFrauenzeitschrift WOMAN erstellt. Insgesamt wurden 50 Frauenim Alter zwischen 25 und 35 Jahren im Zeitraum 18.08.-03.09.2004in dreistündigen Tiefeninterviews nach ihren Wünschen, Plänen,Gewohnheiten und Befürchtungen befragt. Zu den Themen der Befragunggehören unter anderem Partnerschaft, Familie, Beruf, Werte,Gesellschaft und Politik, Kultur und Zukunft, Themen rund umKörper und Sexualität, Kleidung und Shoppen, materielle Wünsche,Bedeutung von Marken, Mediennutzung und -einflüsse. Ziel derUntersuchung ist es, ein umfassendes und aussagekräftiges Bildvom Leben und vom Lebensgefühl der heute 30jährigen Frauen zu zeigen.

Für Rückfragen und Bildmaterial:

Andrea Kobelentz
Projektleitung Kommunikation / PR
Verlagsgruppe Frauen/ Familie/ People
Gruner + Jahr AG & Co. KG
Telefon: +49-40-3703-2468
Telefax: +49-40-3703-5703
E-Mail: kobelentz.andreaguj.de

* Quelle: "Frauen in Deutschland”. Statistisches Bundesamt 2003.
** Quelle: Allensbach-Institut
*** Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend 2004.

WOMAN ist die junge 14-tägliche Frauenzeitschrift von Gruner + Jahr.Jede WOMAN erreicht rund 670.000 Leserinnen und Leser (MA 2004/ I).Mit einer verkauften Auflage von aktuell 332.392 Exemplaren(IVW 2004/ II) bei steigender Tendenz hat sich WOMAN nach nurzwei Jahren am Markt zu einer festen Größe im Segment der 14-täglichenentwickelt. Dabei positioniert sich die Frauenzeitschrift zwischenden jungen Monatlichen und den etablierten Klassikerinnen und richtetsich an die Zielgruppe der 20-39jährigen jungen Frauen. Zwei Drittelder WOMAN-Leserinnen (66,4 Prozent) sind unter 40 Jahren, über80 Prozent sind berufstätig oder befinden sich in einer Ausbildung(83,5 Prozent). Ein Drittel (33,1 Prozent) der Leserinnen hat Abiturund/oder ein Studium absolviert (Quelle: AWA 2004). WOMAN erscheintalle 14 Tage dienstags und kostet im Handel derzeit 1 Euro,künftig 1,30 Euro (ab Ausgabe 23/04, EVT 19.10.2004).

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