Pressemitteilung

GEO SAISON verleiht die Goldene Palme: Die besten Reisen des Jahres 2013

Die Grüne Palme geht an Antje Monshausen von "Tourism Watch" Hamburg, 8. März 2013
261 Reisen konkurrieren um die Goldene Palme 2013. Mit diesem Preis prämiert GEO SAISON die besten Veranstalterreisen des Jahres. Eine Jury aus erfahrenen Touristikern bewertet die Angebote aus den vier Kategorien "Entdecker- und Rundreisen", "Aktiv- und Genießerreisen", "Kurz- und Städtereisen" und "Reisen mit Kindern". Mit der Goldenen Palme werden Reisen ausgezeichnet, die eine Region auf ungewöhnliche Weise erschließen bzw. eine überraschende Idee oder Route bieten.

Die Grüne Palme
Die Grüne Palme – als Auszeichnung für soziales oder ökologisches Engagement – geht an Antje Monshausen von "Tourism Watch". Die "Arbeitsstelle Tourism Watch" gehört zu "Brot für die Welt" und startete vor knapp vierzig Jahren als "Fachstelle Ferntourismus". Sie engagiert sich für einen sozial- und umweltverträglichen Tourismus in den Entwicklungsländern – in Kooperation mit Reiseindustrie und Politik und mit Hilfe eines Newsletters. Seit Oktober 2012 leitet Antje Monshausen, 33, die Fachstelle.

Sie schlagen Alarm, wenn Menschen in Entwicklungsländern für den Tourismus ausgebeutet werden oder die Natur leidet, und sorgen im Dialog mit der Reisebranche dafür, dass wir fair reisen können. Dafür erhält Tourism Watch die Grüne Palme 2013. David gegen Goliath? Nein, so würde Antje Monshausen das nicht sagen. Eher: David mit Goliath! Der Gigant, dem sie gegenübersteht, ist die weltumspannende Tourismusindustrie. Und gegen die zieht die Leiterin von Tourism Watch – anders als das biblische Vorbild – nicht in den Kampf. Mit ihren beiden Kolleginnen versucht sie vielmehr, die milliardenschwere Branche auf ihre Seite zu ziehen, durch Argumente und Angebote zur Kooperation.

Wie es zu einer Fachstelle von "Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst" passt: Brücken bauen, statt sich in Konzernzentralen anzuketten, Verantwortung fordern und ethische Standards fördern, statt Reiseveranstalter an den Pranger zu stellen. Dabei hegt Antje Monshausen große Ambitionen: "Richtig gemachter Tourismus kann den Menschen in den Ländern des Südens eine echte Perspektive bieten, und dafür machen wir uns stark." In jedem Jahr reisen mehr Urlauber in Entwicklungsländer. Damit nehmen auch die Konflikte zu, die das auslöst: Wenn Dörfler in Indien von Stränden vertrieben werden, weil Hotels diese für ihre Gäste sperren. Wenn das Militär auf Sri Lanka, das im Bürgerkrieg die Menschenrechte verletzt hatte, nun für Touristen Whale-Watching-Touren veranstaltet und die Einnahmen kassiert. Wenn Golfplätze zum Bewässern der Greens Grundwasser abpumpen, das Bauern für ihre Felder brauchen. Und wenn Kinder Opfer von Sextouristen werden.

Über ein gewachsenes Netzwerk aus Partnern von "Brot für die Welt", Betroffenen vor Ort und Aktivisten erfährt Tourism Watch von solchen Problemen und informiert die Reiseveranstalter, zum einen im Gespräch und auf Kongressen, zum anderen durch den Newsletter "TourismWatch". "Wir sind wie ein Wachhund, das steckt ja schon in unserem Namen", sagt Antje Monshausen, "wir schlagen Alarm und geben Hinweise an betroffene Firmen, damit sie die Probleme abstellen können." Etwa indem sie Verträge mit Hoteliers kündigen, die soziale Standards nicht einhalten. Diese Aufklärungsarbeit führte unter anderem zu einem längst überfälligen Güte-Siegel für faire Reisen. Seit 2009 gibt es das internationale "TourCert"-Siegel für Nachhaltigkeit, damit Urlauber auf einen Blick sehen können: Diese Reiseangebote sind fair.

Einer der ersten großen Erfolge von Tourism Watch war der Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus. 2001 unterzeichnete ihn nach langer Lobbyarbeit von Tourism Watch der "Deutsche Reiseverband" (DRV), der die Interessen von Reiseveranstaltern und Reisebüros bündelt.

Die Goldenen Palmen: Die besten Reisen 2013

Kategorie: Entdecker- und Rundreisen

1. Platz: Sizilien – Die Schöne ohne Schutzgeld
Veranstalter: Stadtgespräche
80 Punkte
So köstlich ist die Pizza, so nett der Wirt, und so schön sind die barocken Palazzi in Palermos Altstadt und die Dörfer im Umland, dass es der sizilianischen Hauptstadt und ihrer Provinz nur zu gut gelingt, ihre hässliche Seite als Machtzentrum der Cosa Nostra zu überstrahlen. Auf Touristikbetriebe hinzuweisen, die Schutzgelder bezahlen oder Verbrechern gehören, und mit Mafiaopfern und -bekämpfern zu sprechen, scheint erst einmal eher ungeeignet, Urlaubslaune aufkommen zu lassen. Aber es gelingt: Die Teilnehmer lernen mutige, optimistische Menschen kennen und genießen Gastfreundschaft, Küche und Landschaft mit der Gewissheit, dass ihr Geld nicht bei Waffen-, Drogen- und Menschenhändlern landet. Ganz nebenbei verbessern Gespräche und Sprachkurs das Italienisch. So großer Ernst, der mit so viel Leichtigkeit daherkommt, hat die Juroren rundum begeistert. 7-tägige Begegnungs- und Sprachreise ab 790 € zzgl. Flug nach Palermo; Telefon: 04792-955 27 45, stadtgespraeche.eu

2. Platz: Burma – Mutter der Geister: Expedition ins geheimnisvolle Arakan
Veranstalter: A&E Erlebnisreisen
67 Punkte
Gräser tuscheln am Ufer des Irrawaddy in Zentralburma, Statuen und Pagoden ragen auf. Die maximal 14 Teilnehmer besuchen buddhistische Heiligtümer, Hindu-Stätten, und am Fuß des fast 3.100 hohen Mount Victoria lernen sie die Chin kennen, die trotz christlicher Missionierung ihren Geisterglauben lebendig halten. Jesus und Berge sind ihnen heilig, Eierschalen verraten die Zukunft, und in einigen Dörfern kriechen Spinnen über die Gesichter von Greisinnen: ein Muster traditioneller Tätowierungen. Überwiegend per Boot, Rad und zu Fuß werden Ebenen, Gebirge, das alte Königreich Arakan an der Nordwestküste und spirituelle Welten erkundet. Was die Jury überzeugte: Es gelingt, unter anderem durch Kontakte zu Einheimischen, die Wirklichkeit im Blick zu behalten.
15-tägige Kultur- und Begegnungsreise ab 4690 € inkl. Flüge; Telefon: 040-2714 3470, ae-erlebnisreisen.de

3.Platz: Expedition ins Fojagebirge von Papua
Veranstalter: Kanurado – Touristik & Events
66 Punkte
Wer sich vor Kreuchendem, Fleuchendem und vor Tageswanderungen gruselt, die in einem Zelt mitten im Urwald enden, wo Ratten größer als Rauhaardackel sind, kann an dieser Stelle gleich weiterblättern. In dem bis zu 2.200 Meter aufragenden Gebirge im indonesischen Teil der Insel Neuguinea wuchert einer der größten ursprünglichen Regenwälder Asiens, wohl nie von Menschen besiedelt und bis vor etwa zehn Jahren kaum erforscht. Seither haben Wissenschaftler so viele endemische Tiere und Pflanzen entdeckt wie in keiner anderen Region: winzige Frösche, riesige Rhododendren und, ja, es gibt Giftschlangen. Die Jury zeigte sich abenteuerlustig, auch, weil Naturschutz an erster Stelle steht und das Gebiet behutsam unter kenntnisreicher Führung zu Fuß und per Boot erkundet wird.
16-tägige Wildnistour ab 3990 € zzgl. Flug nach Jakarta; Telefon: 05651-229 05 15, kanurado.de

Kategorie: Aktiv- und Genießerreisen: Den 2. Platz teilen sich zwei Reisen mit derselben Punktzahl

1. Platz: Ski & Sail Westgrönland
Veranstalter: Oceanwide Expeditions
77 Punkte
Segel hissen und ab auf die Piste. Die bis zu 33 Passagiere des Dreimastschoners "Rembrandt van Rijn" können beide Leidenschaften gleichzeitig ausleben und zwar vor spektakulärer Kulisse: Alpine Gipfel wachsen bis zu 2.000 Meter aus dem Meer, Gletscher ergießen sich ins Blau, Fjorde nagen sich in Stein und Eis, Trottellummen besetzen Felsen, und mit etwas Glück tauchen Buckelwale auf. Die "Talstation" erreichen Tourenskifahrer und Schneeschuhwanderer per Zodiac. Guides führen über Tiefschneefelder durch Täler, zu Inuitsiedlungen und auf bis zu 1.444 Meter hohe Berge. Abends geht's heim in die Koje mit Restaurant und gemütlichen Kojen. Die Jury überzeugte der arktische Skitörn auch, weil er eine spitzfindige Antwort auf die Grundsatzfrage ist: Meer oder Ber

Pressekontakt

Maike Pelikan
GEO Kommunikation
20444 Hamburg

Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57
Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83

E-Mail: pelikan.maikegeo.de
Internet: www.geo.de