Pressemitteilung

GEO-Tag der Artenvielfalt bilanziert rund 1.500 Tier- und Pflanzenarten im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Vosges du Nord

Hamburg, 17. Juni 2012 – GEO, der Verein Naturpark Pfälzerwald e.V., SYCOPARC und die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz riefen auf zur großen Natur-Inventur

Über 100 Experten für Flora und Fauna und rund 1.000 Besucher des umfangreichen Exkursionsprogramms erforschten gestern das Artenvorkommen im deutsch-französischen Biosphärenreservat. Sie dokumentierten dabei mit viel Sachverstand eine schier unglaubliche Natur- Vielfalt: Rund 1.500 verschiedene Arten sammelten und bestimmten die Forscher - und das binnen genau 24 Stunden.
Jens Schröder, Stellvertretender Chefredakteur GEO: "Als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Europas ist der Pfälzerwald wie geschaffen für unsere Aktion. Mit seinen Lebensräumen von Felsbiotop über Magerrasen, Mooren und Bachtälern ist er nicht nur spektakulär schön. Er ist auch ein einzigartiger Ausbreitungs-Hotspot für viele hochspezialisierte Tiere und Pflanzen, die hier ein Rückzugsgebiet gefunden haben. Und die sich von hier aus bei guten Bedingungen wieder weiter verbreiten können. Das haben unsere Experten heute eindrucksvoll dokumentiert."
Insgesamt konnten rund 80 Vogelarten in dem klar umgrenzten Gebiet nachgewiesen werden. Es wurden unter anderem gefährdete Wanderfalken (Falco peregrinus) und Kolkraben (Corvus corax) gesichtet. Als besonders erfreulich stuften die Experten die Vorkommnisse von Wespenbussard (Pernis apivorus) und Baumfalke (Falco subbuteo), beides seltene Arten in Rheinland- Pfalz, ein.
Besonders hervorzuheben bei den Höheren Pflanzen waren die Funde des stark gefährdeten Traunsteiners Knabenkrautes (Dactylorhiza traunsteineri) und der Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius), Pflanzen, die vornehmlich in den Alpen verbreitet sind und nun auch im Pfälzerwald vorkommen. Außerdem konnte der Wasserschierling (Cicuta virosa), in der Roten Liste von Rheinland-Pfalz als gefährdet eingestuft, erfasst werden.
Auch bei den Schmetterlingen gab es besondere Funde. So konnten gestern etwa 140 Schmetterlingsarten bestimmt werden. Dokumentiert wurden unter anderem der Moosbeeren-Perlmutterfalter (Argyronome aquilonaris), der in der Roten Liste Rheinland-Pfalz als vom Aussterben bedroht eingestuft wird. In Rheinland-Pfalz ist das Dahner Felsenland sein einziger Standort. Der Gesprenkelte Pappelspanner (Stegania cararia) wurde erstmals am GEO-Tag in der Südpfalz entdeckt. Nach langer Zeit wurde der in Rheinland-Pfalz stark gefährdete Purpurbär (Rhyparia purpurata) wieder nachgewiesen.
Aufbauend auf den Erkenntnissen dieses Aktionstages werden sich nun die GEO-Reporter auch weitergehenden Fragen widmen: "Wie verbreiten sich Tiere und Pflanzen überhaupt?", "Welche Wege gehen Tiere und Pflanzen und an welche Grenzen stoßen sie dabei?" Die Ergebnisse dieser großen Recherche werden in der September-Ausgabe von GEO zu lesen sein.
Pressebilder vom GEO-Tag der Artenvielfalt im Pfälzerwald finden Sie zum Download unter www.geo.de/aktion2012 im Kasten "Presseinformation".
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