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GEO.de für Grimme Online Award nominiert

Das Geheimnis des Groove

2. Mai 2018 Mit der Multimedia-Reportage "Das Geheimnis des Groove" ist GEO.de in der Kategorie "Wissen und Bildung" für den Grimme Online Award 2018 nominiert. Im Interview spricht Jan Henne, GEO.de-Redaktionsleiter, über das Multimedia-Format.

Jan Henne
Jan Henne, Redaktionsleiter bei GEO.de

Was ist das Besondere an diesem Format?
In "Das Geheimnis des Groove" beleuchten wir in sechs Kapiteln, wie Forscher, Musiker und Mediziner versuchen das Rätsel des magischen Zustands, wenn uns der Rhythmus packt, zu lüften. Das Stück beinhaltet die typischen Elemente des multimedialen Erzählens: Scrollytelling, bewegte Aufmacherbilder, Videos. Das Besondere ist aber, dass wir angesichts des Themas großen Wert auf Soundelemente gelegt haben, die den Leser durch die gesamte Reportage begleiten. Wir haben beispielsweise eine interaktive Grafik, in der unsere Körperrhythmen hörbar werden. Oder wir zeigen einen Max-Planck-Forscher der vergeblich versucht eine Flöte des Mafa-Volks zu spielen. Anschließend spielen wir ein, wie sie eigentlich klingen müsste.

Wie ist das Projekt entstanden und wer war daran beteiligt?
Zu allererst ist hier natürlich der Autor Rüdiger Braun zu nennen, der sich schon sehr lange mit dem Thema Groove beschäftig. Von ihm stammt nicht nur die Idee und der Text, er hat von seinen Recherchen auch einen Berg an Sounds und Videos mitgebracht, die als Baukasten für unser Stück dienten. Die textredaktionelle Arbeit lag im wesentlichen in der GEO-Printredaktion, bei Wissenschaftsredakteur Klaus Bachmann. Ich habe mir schließlich gemeinsam mit Rüdiger Braun das multimediale Konzept überlegt und die Gestaltung übernommen. Außerdem wurde das Projekt im Rahmen der "Masterclass Wissenschaftsjournalismus" von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt.

Welche weiteren Pläne haben Sie für das Format, wie soll es zukünftig weiter ausgebaut werden?
Solche Formate sind sehr zeitaufwendig und finden im normalen Online-Redaktionsalltag praktisch keinen Platz. Und das ist auch verständlich, denn aus Reichweiten-Aspekten rechnet sich der enorme Arbeitseinsatz kaum. Es sind seltene Leuchtturmprojekte, umso schöner wenn man dann für einen so renommierten Preis nominiert wird. Wichtiger ist aber, dass wir aus solchen Projekten viel über neue Tools und auch über eine gelungene Zusammenarbeit von Print und Online lernen.


Mit dem Grimme Online Award werden seit dem Jahr 2001 vom Grimme-Institut hochwertige Online-Angebote ausgezeichnet. In vier Kategorien werden insgesamt maximal acht Preise vergeben. Eine unabhängige Nominierungskommission und Jury aus Journalisten, Medienwissenschaftlern, Internet-Experten und Fachleuten aus Kultur und Bildung bewerten sowohl inhaltliche, funktionale als auch gestalterische Aspekte. Die von der Jury gekürten Gewinner werden im Rahmen der Preisverleihung am 22. Juni 2018 bekanntgegeben.