Inside G+J

Nebentätigkeit: andere glücklich machen (Folge 2)

Hamburg, den 7. Dezember 2020 – Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Wir stellen euch im Dezember Kolleg*innen aus dem Haus vor, die sich neben ihrem Job bei G+J ehrenamtlich engagieren – gerade, aber nicht nur zur Weihnachtszeit. Heute: Thekla, die sich sogar hauptberuflich für Bedürftige einsetzt und bei der Stiftung STERN angestellt ist, dem Spendenverein des STERN.

Was genau beinhaltet dein Beruf und seit wann bist du dabei?

Ich kümmere mich um alles Administrative, was in einem gemeinnützigen Verein anfällt und was es zu tun gibt, wenn die STERN-Leser*innen um Spenden gebeten werden. Das heißt ich stimme die Spendenaufrufe mit der Redaktion ab, beantworte Anfragen von Spender*innen, behalte die Finanzen im Blick und kümmere mich um die Auszahlung der gesammelten Leser*innenspenden an ausgewählte Hilfsorganisationen.

Meine Zeit bei G+J begann vor drei Jahrzehnten, genauer im September 1990 mit meiner Ausbildung als Verlagskauffrau. Danach habe ich als Studentin in unterschiedlichen Abteilungen gejobbt. Mein Wunsch war es, in meinem Lieblingsverlag eine Stelle zu finden, mit der ich die Welt ein klein wenig besser machen kann. Ende 2011 habe ich mit der Stiftung STERN meinen Traumjob bei G+J gefunden.

Wie hilft die Stiftung STERN?

Die Stiftung STERN sammelt Spenden der Leser*innen, um Menschen in Not zu helfen. Die gesammelten Leser*innenspenden werden an ausgewählte Hilfsprojekte weitergeleitet, die die STERN-Redakteur*innen auf ihren Recherchen kennengelernt haben und von denen sie überzeugt sind.

Was ist für dich das Besondere an deinem Job? Ich denke, es ist einmalig, dass ein Nachrichtenmagazin nicht nur über Kriege, Armut und Katastrophen berichtet, sondern Hilfe dahin bringt, wo die Reporter*innen waren und gesehen haben, dass diese Hilfe nötig ist. Der STERN nutzt also seine Reichweite und sein journalistisches Können, um tatsächlich etwas zu verändern. Das begeistert mich immer wieder aufs Neue, genauso wie die Solidarität und das Vertrauen der STERN-Leser*innen, die diese Hilfe überhaupt erst mit ihren Spenden ermöglichen. Aber nicht nur die STERN-Community aus Redaktion und Leserschaft ist einzigartig, sondern auch die Einbettung der Stiftung im gesamten Apparat von Gruner + Jahr: Rechts- und Steuerabteilung, Marketing, Buchhaltung, Layout, die Bildredaktionen, Dokumentation, Sekretariate, Hersteller*innen – so viele G+J-ler wirken mit. Für die gute Sache!

Welche neuen Herausforderungen bringt die Corona-Zeit für deine Arbeit mit sich?

Seit Corona hat die Stiftung STERN ganz besonders an Bedeutung gewonnen. Denn die Not ist durch die Pandemie weltweit gestiegen, ob bei uns in Deutschland, in Brasilien oder Indien. Dazu kommen Katastrophen wie die Explosion in Beirut, der Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos oder der Krieg um Bergkarabach. Der STERN berichtet über all diese Notlagen - und den Leser*innen ist es ein großes Bedürfnis, sich nicht nur zu informieren, sondern auch zu helfen.

So konnten wir in diesem Jahr schon mit über einer halben Million Euro rund 40 unterschiedliche Hilfsprojekte unterstützen. Das sind weit mehr Spenden und Hilfsprojekte als in den Vorjahren.

Ich denke aber, die eigentliche Herausforderung liegt bei den Hilfsorganisationen vor Ort, die wegen Corona ihre Arbeit teilweise komplett umstellen müssen, um weiterhin notleidenden Menschen zur Seite zu stehen.

Meine persönliche Herausforderung bei dieser aktuell wachsenden Not und den vielen Projekten, die es abzuwickeln gilt, ist es, eine gute Balance zwischen der Arbeit im Home-Office und Abschalten hinzubekommen, das heißt, den Laptop auch mal runterzufahren, um zum Beispiel eine Runde joggen zu gehen.

Wohin können sich Leute wenden, die euch unterstützen möchten?

Auf www.stiftungstern.de finden sich alle STERN-Reportagen, in denen wir zu Spenden aufgerufen haben – und auch die Möglichkeit, über unser Onlineformular zu spenden. Und in der STERN-Ausgabe 53/20 (EVT: 23.12.) wird die Arbeit der Stiftung und eine Auswahl der in diesem Jahr geförderten Projekte ausführlich vorgestellt.

Was wünscht du dir persönlich zu Weihnachten?

Mein größter Wunsch ist es, dass wir alle im Laufe des nächsten Jahres wieder unbeschwerter leben und ein Stück weit unsere alte Normalität zurückgewinnen werden.