Inside G+J

Nebentätigkeit: andere glücklich machen (Folge 4)

Hamburg, den 21.12.2020 – Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Wir stellen euch im Dezember Kolleg*innen aus dem Haus vor, die sich neben ihrem Job bei G+J ehrenamtlich engagieren – gerade, aber nicht nur zur Weihnachtszeit. Heute: Annette.

Was ist dein soziales Engagement? Und wie bist du dazu gekommen?

Ich habe gerade den Verein The Neem Tree Yard e.V. gegründet, um im westafrikanischen Gambia Häuser aus Plastikflaschen zu bauen und ein Gemeinschaftszentrum, um dort einen Ort für nachhaltige Projekte zu schaffen.

Im letzten Jahr war ich nach langer Zeit mit meinem gambischen Ex-Mann und unserem gemeinsamen Sohn in Gambia, um die Familie zu besuchen. Mich hat die ungeheure Armut schockiert, die sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich verschärft hat. Als mein Ex sagte, er habe ein Stück Land von seiner Oma geerbt, entstand die Idee zum Neem Tree Yard, weil auf dem Gelände ein Neem-Baum wächst - aufgrund seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ein sehr schönes Symbol für Nachhaltigkeit.

Was ist das Besondere an deinem Engagement?

Gambia ist das kleinste Land Afrikas und eines der ärmsten Länder der Welt. Allerdings interessiert es die Industrieländer nicht sonderlich, weil es weder Bodenschätze noch produzierende Industrie oder ähnliches gibt. Umweltverschmutzung, Müll, Perspektivlosigkeit und krasse Armut prägen das Leben der Menschen. Mit unserem Verein möchten wir neue Perspektiven schaffen und die Chance, eigene Ideen und Projekte zu verwirklichen. Denn daran fehlt es dort am allermeisten: der Möglichkeit der Potenzialentfaltung. Unser Projekt wirkt auf vielen Ebenen vom Umweltschutz bis zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

Was ist deine Motivation?

Durch Corona wird Ungleichheit noch deutlicher, und Menschen in armen Ländern haben nur wenig Möglichkeiten, nachhaltig zu leben. Sie leben mit der Flut an Plastikmüll, den ungefilterten Abgasen und mangelhaftem Bildungssystem. Hier wollen wir unterstützen und zwar auf Augenhöhe. Gambia hat eine der höchsten Migrationsraten und wenn wir schaffen, Menschen davon abzuhalten, die gefährliche Reise durch die Sahara und das Mittelmeer zu nehmen oder sich als Sex-Worker für Touristen zu verdingen, weil sie etwas Eigenes machen können, dann ist das schon ein großartiger Erfolg.

Welche neuen Herausforderungen bringt die Corona-Zeit für deine Arbeit mit sich?

Die Idee, den Verein zu gründen, entstand erst kurz vor der Pandemie, daher haben wir für die Gründung etwas länger gebraucht. Ursprünglich sollten die Flaschen von den Hotels kommen, doch weil keine Touristen da sind, haben wir jetzt unser eigenes Recycling-System konzipiert. Gambia leidet auch ohne Pandemie, und der Einsatz vor Ort lohnt sich. Wir machen aus dem Plastik-Problem eine Lösung.

Wohin können sich Leute wenden, die euch unterstützen möchten?

Wir sind neu, wir sind engagiert und gut strukturiert. Wir freuen uns über jede Hilfe. Ab nur fünf Euro im Monat könnt ihr uns unterstützen und dazu beitragen, etwas Nachhaltiges aufzubauen, wovon die Menschen vor Ort wirklich profitieren. Werdet jetzt Mitglied und helft uns eine bessere Zukunft zu schaffen. Mehr Infos über das Projekt gibt es unter: www.neem-tree-yard.com.

Was wünscht du dir persönlich zu Weihnachten?

Ich wünsche mir, dass wir die Pandemie in den Griff kriegen. Und dass der Verein wächst und der Neem Tree Yard ein Ort wird, der Menschen ein besseres Leben ermöglicht.

 

Unter infoneem-tree-yard.com steht Annette für Fragen zur Verfügung.

Spenden sind auch direkt per Überweisung möglich an:
Neem Tree Yard Verein
IBAN: DE96 2005 0550 1166 1069 87
BIC: HASPDEHHXX