Inside G+J

Nebentätigkeit: andere glücklich machen

Hamburg, den 1.12.2020 - Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Wir stellen euch im Dezember Kolleg*innen aus dem Haus vor, die sich neben ihrem Job bei G+J ehrenamtlich engagieren – gerade, aber nicht nur zur Weihnachtszeit. Los geht's mit Laura, Crossmediale Redakteurin bei der BRIGITTE Academy.

Was ist dein Ehrenamt und seit wann bist du dabei?

Ich bin ehrenamtlich MUTivatorin bei der MUT Academy und unterstütze Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Berufswelt. Durch eine Reportage bei NEON.de bin ich 2019 auf das Projekt aufmerksam geworden und habe dann begonnen, mich dort privat zu engagieren. Bei MUT kann ich direkt mit den Teilnehmer*innen interagieren und habe das Gefühl, junge Menschen wirklich unterstützen zu können.

Wie hilft die MUT Academy?

Die MUT Academy macht Schüler*innen im wahrsten Sinne Mut, den Übergang von der Schule in das Berufsleben zu schaffen. Denn immer noch verlassen rund 60 Prozent der Hamburger Schulabgänger*innen die 10. Klasse ohne einen direkten Anschluss in die Berufsausbildung. Deshalb hat sich die MUT Academy zum Ziel gesetzt, Jugendliche am Ende ihrer Schulzeit vom Schulabschluss bis in die Ausbildung hinein zu begleiten. Das Programm besteht aus drei sogenannten MUT Camps, einzelnen Workshoptagen und persönlicher Begleitung.

Was ist für dich das Besondere an deinem Engagement? Was nimmst du mit?

Es gibt so viele motivierte junge Menschen, die aber Unterstützung auf ihrem Weg brauchen. Ich hatte diese Hilfe aus meinem familiären Umfeld – aber das ist eben nicht immer so. Durch die Arbeit bei MUT habe ich gelernt, ich selbst zu sein und mich nicht zu verstellen, um besonders smart oder cool zu erscheinen. Ich kann meine Erfahrungen weitergeben und die Arbeit dort gibt mir das Gefühl, wirklich etwas verändern zu können. Als ein Jugendlicher, den ich bei seinen Bewerbungen unterstützt habe, dieses Jahr einen Ausbildungsplatz bekommen hat, habe ich mich gefreut, als hätte ich selbst den Job bekommen.

Welche neuen Herausforderungen bringt die Corona-Zeit für eure Arbeit mit sich?

Wie in fast jeder Branche musste MUT sein Angebot komplett auf digitale Workshops und Treffen umstellen. Ich habe zum Beispiel mit MUTis digital Bewerbungen geschrieben. Dabei haben wir einfach den Bildschirm geteilt und zusammen auf die Unterlagen geschaut. Auf der anderen Seite lebt das Projekt natürlich von Interaktion und dem Zusammentreffen der Jugendlichen auf den Camps oder bei den Bewerbungsnachmittagen. Zudem haben viele Jugendliche einfach nicht die entsprechende digitale Infrastruktur. Daher mussten viele Jugendliche erst einmal mit Laptops versorgt und etwas geschult werden. Hinzu kommt natürlich die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Ausbildungsplätze und Praktika sind weggefallen oder wurden ganz abgesagt. Zudem hat an vielen Schulen die ESA-Prüfung zum Abschluss nach der 10. Klasse gar nicht stattgefunden. Zwar soll es für diese Schüler*innen im nächsten Jahr eine neue Chance geben, das nachzuholen, aber zurzeit haben sie keinen Abschluss. 

Wie finanziert ihr euch und an wen können sich Leute wenden, die euch unterstützen möchten?

Die MUT Academy wird vollständig durch Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen finanziert. Nur gemeinsam mit Förderpartner*innen können sie den Jugendlichen MUT machen. Das kann die Unterstützung eines einzelnen Jugendlichen sein, einer Klasse oder auch Sachspenden, wie zum Beispiel Laptops für die Schüler*innen. Und natürlich werden immer ehrenamtlich Mutivator*innen gesucht, die das Team bei Workshops oder den MUT Camps unterstützen. (Fragen an: Freda von der Decken, https://mutacademy.de/unterstuetzer/ )

Was wünscht du dir persönlich zu Weihnachten?

In diesem Jahr wünsche ich mir einfach nur Zeit mit meiner Familie. Meine Eltern leben nicht in Hamburg und es würde mich glücklich machen, sie über die Weihnachtstage persönlich zu sehen und gesund ins neue Jahr zu starten.