Pressemitteilung

Neue ELTERN-Studie: Väter sind die glücklicheren Männer

Hamburg, 14. Dezember 2005 – Repräsentative forsa-Befragung im Auftrag von ELTERN / 70 Prozent der befragten Väter empfinden ihr Leben mit Kindern als erfüllter / Viele Kinder intensivieren die Partnerschaft und erhöhen die Zufriedenheit

Väter von heute: Sie finden es wunderbar, Kinder zu haben und fühlen sich ihnen so nah wie nie zuvor. Deutlich stärker als je eine Generation vor ihnen interessieren sie sich für ihrenNachwuchs, unterstützen ihre Partnerinnen und übernehmen engagiert Aufgaben wie Babypflege oder Hausarbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt jetzt eine repräsentative Umfrage, die das Berliner forsa-Institut im Auftrag der Zeitschrift ELTERN durchgeführt hat.*

Vater werden: schön und anstrengend
Die Veränderungen, die die Geburt eines Kindes mit sich bringt, sind nicht immer komfortabel, dennoch empfinden rund 70 Prozent der befragten Väter ihr Leben mit Kindern als glücklicher und erfüllter. Zwar beklagt ein Teil der Befragten, dass sie nur noch wenig Zeit für sich haben(28 Prozent) und sie sich den neuen Anforderungen nicht immer gewachsen fühlen (26 Prozent), insgesamt überwiegt jedoch die Freude über den Nachwuchs. Je mehr Kinder die Familie hat, desto größer das gefühlte Glück: Väter von drei oder mehr Kindern empfinden ihre Partnerschaft im Vergleich als intensiver und sind zufriedener.

Was macht einen guten Vater aus?
Bei der Frage, welche Eigenschaften einen guten Vater ausmachen, hat nach den Ergebnissen der ELTERN-Studie ein deutliches Umdenken stattgefunden: Während früher die meisten Väter überzeugt waren, ihrer Verantwortung Genüge getan zu haben, wenn sie ihre Familiefinanziell ausreichend versorgen, ist es ihnen heute am wichtigsten, für ihr Kind da zu sein. Was macht einen guten Vater aus? "Er verbringt so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind" ist das Kriterium, das am meisten Zustimmung findet (81 Prozent). Mit deutlichem Abstand aufPlatz 2: "Er sorgt durch sein Einkommen dafür, dass es der Familie gut geht" (64 Prozent).

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Im Schnitt verbringen rund zwei Drittel aller Befragten pro Wochentag mindestens eine Stunde mit dem Nachwuchs. Vor allem die jüngeren Väter (59 Prozent der bis 39jährigen) würden jedoch gern mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und leiden unter der Doppelbelastung durchJob und Familie. Daraus spricht der innige Wunsch, "dabei zu sein" – beim ersten Schritt des Kleinen, beim ersten Wort, am ersten Schultag. Dieses neue Selbstbild unterscheidet sich deutlich von vorherigen Vätergenerationen, hat jedoch auf deren Berufstätigkeit noch wenigAuswirkungen: Für den Großteil der Männer ist es nach wie vor undenkbar, eine Elternzeit in Anspruch zu nehmen oder die Arbeitszeit zu reduzieren – häufig aus Angst vor negativen Reaktionen von Vorgesetzen und Kollegen. Mit rund fünf Prozent sind Väter in Elternzeit ohnehin immer noch deutlich in der Minderheit.** Nur 22 Prozent glauben, dass es auch zu ihren Aufgabengehört, die Kinder morgens in den Kindergarten zu bringen, und lediglich 33 Prozent finden, dass Kinderarztbesuche und der Kauf von Kinderkleidung Pflichten sind, die es mit der Partnerin zu teilen gilt. Was für Väter selbstverständlich ist: den Nachwuchs zu wickeln und zu füttern sowie gern und oft mit den Kleinen zu toben und zu schmusen (rund 60 Prozent). 53 Prozent stehen nachts auf, wenn das Baby schreit.

Kritik aus den eigenen Reihen
Welche Aspekte kritisieren Väter an sich selbst? Ganz oben auf der Liste stehen Ungeduld (51 Prozent) und das Problem, nicht genug Zeit für die Kinder aufbringen zu können. Besonders Väter von kleinen Kindern bemängeln diesen Aspekt. 45 Prozent klagen, geistig nicht immer bei der Sache zu sein, wenn der Nachwuchs etwas von ihnen möchte; ein knappes Drittel bedauert, die eigenen Gefühle nicht gut zeigen zu können.

Die Zukunft der Kinder
Der Blick in die Zukunft ruft bei Männern ambivalente Gefühle hervor: Fast drei Viertel aller befragten Väter (72 Prozent) sorgen sich angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage um die Zukunft ihres Kindes. Die große Mehrheit (65 Prozent) ist gleichzeitig zuversichtlichund gespannt, wie sich der Nachwuchs entwickelt. Bei älteren Männern ist dieZukunftsskepsis besonders ausgeprägt, auch sind sie weniger zuversichtlich hinsichtlich der Entwicklung ihrer Kinder. Mehr als ein Drittel aller befragten Väter hat Angst, den Job zu verlieren und die Familie nicht mehr ausreichend versorgen zu können. Bemerkenswert ist der Vergleich zwischen Familien mit ein oder zwei und Familien mit mehr Kindern: Je mehr Töchterund Söhne die Familie hat, umso weniger sorgen sich Väter um die Zukunft.Weitere Ergebnisse lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN 1/2006.

Für Rückfragen:

Andrea Kobelentz
Leitung Kommunikation / PR
Verlagsgruppe Frauen/ Familie/ People
Gruner + Jahr AG & Co. KG
Telefon: +49-40-3703-2468
Telefax: +49-40-3703-5703
E-Mail: kobelentz.andreaguj.de

*Repräsentative In Home-Befragung von 1005 Männern ab 20 Jahren in Deutschland mit mindestens einem Kind im Haushalt; Befragungszeitraum: 13. - 25. Oktober 2005.

**Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2004