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Ronja von Rönne und Horst von Buttlar im Interview zum Podcast „Meine erste Million“

Hamburg, 19.08.2020 - Heute startet CAPITAL zusammen mit Audible den Podcast „Meine erste Million“. Gastgeberin der neuen Reihe ist die erfolgreiche Journalistin, Autorin und Moderatorin Ronja von Rönne.

Für „Meine erste Million“ spricht Ronja von Rönne mit wohlhabenden Menschen über Geld, Erfolg, Rückschläge und den Moment, als die erste Million auf dem Konto lag. „Wie wird man reich? Wie fühlt sich das an? Und macht Geld glücklich?“ Die 28-jährige Moderatorin will herausfinden, was viel Geld mit einem Menschen macht und wie Millionäre ticken. Mit dem neuen Podcast setzt CAPITAL die gleichnamige Interview-Serie fort, die seit 2013 erfolgreich im Magazin und auf capital.de läuft und 2018 als Buch im Ariston-Verlag erschienen ist.

Im G+J-Intranet sprechen Ronja von Rönne und Horst von Buttlar, dem Chefredakteuer von CAPITAL, zum Podcast:

Horst, warum machen wir den Podcast „Meine erste Million“?

Horst von Buttlar: Die Rubrik ist seit vielen Jahren ein sehr beliebtes und erfolgreiches Format. Es lag auf der Hand, dies auch als Podcast zu starten. Daran haben wir mit Audible im vergangenen Jahr gearbeitet.

Ronja, du als 28-jähriger Star der jungen Autor*innen-Szene und CAPITAL, das 58-jährige traditionelle Wirtschaftsmagazin. Wie passt das zusammen?

Ronja von Rönne: Lernen kann man immer nur von denen, die anders sind als man selbst. Deshalb finde ich gerade diesen Gegensatz total super. Außerdem habe ich ein voyeuristisches Interesse an Lebenswelten, die nicht meine sind. Das ist auch gar nicht so ungewohnt für mich. In meiner Fernsehsendung „Streetphilosophy“ treffe ich auch unterschiedliche Leute von der Nonne bis zum Zuhälter. Bei „Meine erste Million“ sind es halt auch erfolgreiche Unternehmerinnen und Gründer. Ich habe aber ohnehin das Gefühl, das ich ganz tief im Innern auch ein bisschen alter, weißer Mann bin. Zumindest entdecke ich manchmal auch konservative Seiten an mir.

Horst von Buttlar: Wir wollten nicht einfach nur ein weiteres Gespräch führen, sondern eine besondere Konstellation und Inszenierung. Der Podcast ist aufwändig produziert, wir gehen mit den Protagonisten an besondere Orte ihrer Biografie. Mit Ronja haben wir einen Host, der überrascht - sie bringt eine ganz besondere Perspektive mit.

Ronja, was war denn dein erster Gedanke als du gefragt wurdest, ob du die Moderation eines Podcasts übernimmst, der „Meine erste Million“ heißt?

Ronja von Rönne: Ich dachte ganz egoistisch: „Geil, das sage ich zu. Im besten Fall weiß ich, wie man das anstellt mit dem Wohlstand. Wenn ich ganz viele Millionäre treffe, werde ich mir alle Tipps holen und in einem Jahr habe ich dann selbst meine Million zusammen.“ Aber ich war mir am Anfang auch total sicher, dass sich in den Geschichten der Millionäre alles wiederholt. Mittlerweile bin ich erstaunt, wie viele unterschiedliche Wege es für Gründer, Sportler oder Künstler gibt, um zu diesem verklärten Ziel der ersten Million zu kommen.

Was hat Dich am meisten überrascht?

Ronja von Rönne: Die Boxerin Regina Halmich, die in ihren Kämpfen so auf ihre Gegnerinnen draufgeballert hat, kam zu unserem Treffen in einem rosa Trainingsanzug, ihr feines Gesicht war perfekt geschminkt. Harmloser kann man kaum aussehen. Dann hat sie erzählt, was sie in diesem Männersport alles für Frauen durchgesetzt hat. Oder Verona Pooth: Das ist eine gewiefte Geschäftsfrau. Die weiß ihr Image ganz genau einzusetzen. Sie inszeniert ihre Handicaps ganz gekonnt, etwa ihre Leseschwäche. Überhaupt habe ich bei allen Gesprächspartnern den Eindruck, die kennen ihre Stärken und Schwächen sehr gut. Das sind Profis, die ihren Weg sehr konzentriert gehen.

Und gab es auch Ecken und Kanten an den Geschichten, die dich stutzig gemacht haben?

Ronja von Rönne: Oh ja, denn wirklich alle behaupten von sich, dass sie absolut bodenständig sind. Wenn ich dann nach Hobbys frage, erzählen sie, dass sie Oldtimer sammeln. Die verkehren glaube ich in Kreisen, in denen bodenständig heißt: Ich fliege nicht mit dem Privatjet, nehme auch nicht immer First Class, sondern ab und an auch mal Business Class. Da werden schon sehr andere Maßstäbe an die Realität angelegt.