Pressemitteilung

Stellungnahme zur Konkurrenzdiskussion um die TV TODAY Marketingoffensive

Hamburg, 01. Dezember 1998 –

Zum gestrigen vom Heinrich Bauer Verlag initiierten Pressegespräch der Verlage Bauer, Milchstraße, Axel Springer und Sebaldus, die Marketingoffensive von TV TODAY betreffend, stellt der Magazin-Verlag am Fleetrand (MVF) fest:

Eine aktuell durchgeführte Käuferbefragung im Marktsegment der Programmzeitschriften belegt u.a., daß die von den Konkurrenten unterstellten negativen Zielgruppeneffekte von TV TODAY nicht eingetreten sind. Danach hat TV TODAY mit seiner Preisaktion relativ viel neue Käufer auf sich aufmerksam machen können: 21 Prozent der Befragten gaben an, mit Heft Nr. 23 oder 24/98 erstmals TV TODAY gekauft zu haben. Diese Erstkäufer unterscheiden sich von der bestehenden Käuferschaft zwar durch eine gewisse Preissensibilität, im übrigen weisen sie aber die gleichen Merkmale auf. Die demografischen Profile der Gesamtkäuferschaft und der Erstkäufer sind sehr ähnlich.

Der Versuch des gemeinsamen Presseauftrittes der Wettbewerber im Segment der Programmzeitschriften, TV TODAY gegenüber Anzeigenkunden mit einer vermeintlich negativen Entwicklung der Leser- und Käuferschaftsstruktur in Mißkredit zu bringen, erweist sich somit als untauglich, weil ihm die Marktpartner aufgrund der Faktenlage nicht folgen werden.

Die emotionale Reaktion der vier Wettbewerber belegt vielmehr, daß diese von der TV TODAY Marketingoffensive offenbar stärker tangiert sind, als sie derzeit öffentlich zugeben möchten. Besonders abwegig mutet in dieser Phase der Marketingoffensive der Hinweis an, daß davon lediglich die wöchentlichen Billigtitel TV neu und TV klar betroffen seien.

Die Programmzeitschriften bilden mit einer Gesamtauflage von 20 Mio Ex. als Segment den größten Massenmarkt der Publikumszeitschriften-Branche. Der Preis spielt und spielte hier als Marketinginstrument schon immer eine bedeutende Rolle, und zwar wesentlich stärker als in anderen Zeitschriftensegmenten. Hier verhalten sich die vier Verlage Bauer, Milchstraße, Sebaldus und Springer in der aktuellen Diskussion mit ihren vorgebrachten Bedenken hinsichtlich einer besorgniserregenden Preispolitik in der Programmpresse scheinheilig: Von ihnen selbst wurden fast ausnahmslos Billigpreise gewählt, um ihre neuen Programmtitel erfolgreich am Markt durchzusetzen. Daher eignet sich das bereits seit vielen Jahre scharfe Wettbewerbsklima in der Programmpresse nicht für vordergründige Pressetribunale, um pauschal den Leistungswettbewerb zu diskreditieren.

Außerdem: Bei insgesamt rund 20 Mio. verkauften Exemplaren pro Erscheinungsintervall und einem Mehrdruck von nur 300.000 Exemplaren von TV TODAY ist es unsinnig, zu behaupten, eine dritte Ausgabe von TV TODAY zum Preis von 1 DM könnte die Branche insgesamt gefährden. Zu beachten ist darüber hinaus, daß MVF dem Groß- und Einzelhandel weiterhin die Handelsspanne auf Basis des bislang geltenden Copypreises von DM 2,50 gewährt. Auch insofern kann von der MVF unterstellten Destabilisierung oder Gefährdung des Preisgefüges nicht die Rede sein.

Der Magazin-Verlag am Fleetrand hat darüber hinaus beim Hamburger Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen den Heinrich Bauer Verlag erwirkt, die diesem untersagt, die Grossisten zur vorzeitigen Remission von TV TODAY aufzufordern. Diese Einstweilige Verfügung wurde dem Heinrich Bauer Verlag gestern zugestellt. Sie ist damit rechtswirksam, aber - ebenso wie die in der vergangenen Woche vom Heinrich Bauer Verlag gegen den MVF erwirkte EV gegen die Auslieferung von TV TODAY Heft 25 zum Preis von 1 DM - nicht rechtskräftig.

Preis-/Marketing-Aktionen, wie die von TV TODAY, hat es immer schon gegeben. Sie berühren keineswegs den Grundsatz der Preisbindung für Presseerzeugnisse. MVF - und damit auch Gruner + Jahr - bekennen sich uneingeschränkt zur Beibehaltung der Preisbindung.

Gruner + Jahr AG & Co
Peter Caspar Hamel
Pressesprecher
Am Baumwall 11
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