Pressemitteilung

STERN FOTOGRAFIE Nr. 41 widmet sich Robert Polidori, dem Meister der räumlichen Ästhetik

Hamburg, 11. September 2005 – Neue Ausgabe der Foto-Edition erscheint am 13. September 2005

Das neue STERN FOTOGRAFIE Nr. 41präsentiert auf rund 90 großformatigen Seiten Fotografien desKamerakünstlers Robert Polidori. Der Kanadier mag es nicht, wennman ihn als "Architekturfotografen" bezeichnet, und doch ist er eingroßer Meister dieser Klasse. Polidori, geboren 1951 in Montreal,dokumentiert, was der Mensch von archaischen Höhlenstädten bis zuhypermodernen Metropolen geschaffen hat. Er ist ein Meister derräumlichen Ästhetik, zeigt Bilder, deren Realität unsere Vorstellungskraftoftmals übersteigt. Beim Betrachten seiner Fotos tauchen wir in andereWelten ein, können die Hitze und Morbidität Kubas, die strahlendeEleganz Versailles, die Künstlichkeit Shanghais, die panischeFlucht aus Tschernobyl förmlich spüren.

Polidori hat einen geradezu detektivischen Sinn für erzählende Orteentwickelt. Für Tschernobyl zum Beispiel: 116 000 Menschen mussten nachdem größten radioaktiven Unfall im April 1986 ihre Häuser und Dörferfluchtartig verlassen, Plündern und Vandalen Platz machen. Ein Landstrichrussischer Zivilisation wurde zweimal zerstört und dann abgesperrt.Für Polidori ein fotografisches Soziotop wie kein zweites. Monatelangbeantragte er Genehmigungen, Pässe, Erlaubnisse, bis er endlich mitKamera und Stativ das Niemandsland betreten konnte. Heute redet ernicht viel über die Bilder, er findet, sie sprechen für sich,"jedes einzelne, jedes verwüstete Klassenzimmer und jede verlasseneHütte gibt Auskunft darüber, was übrig bleibt, wenn es keineMenschen mehr gibt". Polidori akzeptiert es auch, wenn ihnArchitektur- oder Reisemagazine nach Dubai schicken, um denLuxus-Hotelturm Burj Al Arab in all seiner türgriffgoldenen Prachtzu fotografieren – solange er dabei sein eigenes, einzig wahresFoto bekommt: den Hotelturm in staubigem Licht, umringt von all denHütten und Verschlägen, in denen die Bauarbeiter wohnten. Wieder einBild wie ein Emblem, wieder ein Bild, das vom Werden und Vergehen berichtet.

Die Liste der Begriffe, mit denen sich Polidori selbst und die Kunstkritikihn beschreibt, ist lang: Fotojournalist, Künstler, fotografierenderSoziologe, Anthropologe; die "Muse der Erinnerung", erklärt er, und ja,auch Astrologie sei in seinen Bildern zu finden. Wenn man ihm lange genugzuhört, wenn man die Gedanken nachvollzieht, die seinen Blick lenken,lernt man Polidoris Bilder anders zu sehen. Die menschenleeren bunteHausfassaden in Havanna zum Beispiel. Für Polidori nicht "bloß Hausfassaden",sondern eine optische Erzählung über ein Land im Stillstand, "arresteddevelopment", wie er sagt. Man kann ewig auf diesen Bildern herumsuchen,nichts, gar nichts bewegt sich, nichts erzählt vom Werden,alles nur vom Vergehen.

Als Junge hat Polidori nie daran gedacht, Fotograf zu werden. Geboren vor54 Jahren im kanadischen Montreal als Sohn eines aus Korsika stammendenRaketenentwicklers, zog der junge Robert mit seinen Eltern quer durchAmerika, erst nach Seattle, dann nach New Orleans, ging ans Antioch Collegein Yellow Springs/Ohio, "und da hab ich mich auf den Weg nach New Yorkgemacht. Das war 1969, und eine neue Kultur zog heran, Rock ´n´ Roll undAvantgarde, ich wollte dabei sein." Das Metier gelernt, sagt Polidori,hat er als Autodidakt, "Fotoschulen sind großer Mist, wirklich.Da lernen Menschen alles über Technik und Kameras, aber nichts darüber,die Situationen zu finden, in denen sie ihre Technik brauchen!"

Heute arbeitet Polidori regelmäßig für "The New Yorker", "GEO" und"Architectural Digest Deutschland". Polidori wurde vielfach ausgezeichnet,unter anderem mit dem World Press Award und zwei Alfred Eisenstaedt Awards.

Die Auflage des STERN FOTOGRAFIE Nr. 41 "Robert Polidori" ist wie alleAusgaben der Reihe auf 10 000 Exemplare limitiert und für Liebhaber undSammler fortlaufend nummeriert. Ein Serviceteil am Ende des Heftesinformiert über neue Fotobücher. Das Magazin erscheint am 13. September 2005und kostet 15 Euro. Es kann unter der Bestellnummer 70037639 beimSTERN-Versand-Service, 20080 Hamburg, Telefon 01805/861 80 00,E-Mail: Heft-Serviceguj.de bestellt werden.Die Foto-Edition gibt es im Abonnement zum Vorzugspreis von 12,50 Europro Heft (Bestellnummer 460991 F). Die Hefte sind auch in Fotografie-Buchhandlungen und in Museumsshops erhältlich.

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Christina Leitow
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