Pressemitteilung

Vier von zehn Deutschen sehen Gerichts-Shows

Hamburg, 03. Oktober 2002 –

Fast vier von zehn Deutschen (37 Prozent) sehen sich Gerichts-Shows im TV an. Dies ist das Ergebnis einer Repräsentativ-Umfrage der Programmzeitschrift TV TODAY (EVT: 11. Oktober 2002), die Forsa unter 1.004 Bundesbürgern ab 14 Jahren durchführte. Danach werden die nachmittäglichen TV-Shows vor allem von Frauen, im Osten und von weniger Gebildeten favorisiert.

Die Marktführerschaft im Bereich Gerichts-Shows kann Sat.1 für sich beanspruchen. Auf den ersten beiden Plätzen der Beliebtheitsskala liegen die Sat.1-Shows "Richterin Barbara Salesch" (57 Prozent) und "Richter Alexander Hold" (40 Prozent, Mehrfachnennung war möglich). Die RTL-Show "Das Jugendgericht" belegt mit 37 Prozent Zustimmung den dritten Platz. Während die beiden erstgenannten Shows in allen Altersgruppen gleichmäßig beliebt sind, wendet sich "Das Jugendgericht" klar an jüngere Zuschauer und ist in der Zielgruppe der 14 bis 29-Jährigen mit 55 Prozent Zustimmung sehr erfolgreich.

Bis hierher entsprechen die Ergebnisse der aktuellen TV TODAY-Umfrage denen der Repräsentativ-Studie "Fernsehen in Deutschland", für die TV TODAY im Mai 2002 unter anderem die Beliebtheit von Gerichts-Shows ermittelte. Neu ist, dass die vor kurzem gestarteten Shows "Das Familiengericht" und "Das Strafgericht" (beide RTL) mit 14 bzw. 11 Prozent Zustimmung schon jetzt deutlich an Beliebtheit gewinnen konnten und bereits die viertplatzierte Show "Streit um Drei" (18 Prozent, ZDF) angreifen.

Aufgrund der inzwischen großen Zahl der täglichen Gerichts-Shows spricht Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann bereits von einem "Overkill", geht aber zugleich von "zwei weiteren erfolgreichen Jahren für die Gerichts-Shows" aus. Michael Hopp, Chefredakteur von TV TODAY, hält es für verfrüht, jetzt schon von einer Übersättigung der Zuschauer zu sprechen: "Allerdings werden sich nicht alle Formate halten können." Auch Medienberater Dr. Helmut Thoma befürchtet eine "Selbstzerstörung des Genres. Im Fall der Gerichts-Shows, die ja auch nur eine anders strukturierte Form der Talkshow sind, wird das deutlich schneller gehen als beim Daily Talk." Bernd Gäbler, Geschäftsführer des Adolf-Grimme-Instituts ist sich trotzdem sicher: "Der Talk, also Sprech-TV – in welcher Form auch immer – wird diese spezifische Form überdauern."

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