Pressemitteilung

"Wählergunst und Wählerkunst - Die kleine Rache des Souveräns": Der Hamburger Fotograf F. C. Gundlach präsentiert zusammen mit dem STERN Fotografien von Wahlplakaten aus über 30 Jahren Bundestagswahlkampf

Hamburg, 25. August 2005 – Ausstellungseröffnung am Montagabend im Hühnerposten Hamburg mit Prof. F. C. Gundlach und dem Politologen Prof. Dr. Reichel

Montagabend wird im Hühnerposten am Hamburger Hauptbahnhof die Ausstellung "Wählergunst und Wählerkunst - Die kleine Rache des Souveräns" eröffnet. Seit über 30 Jahren dokumentiert der Hamburger Fotograf F. C. Gundlach mit seiner Kleinbildkamera jeweils im Vorfeld der Bundestagswahlen Plakate aller Parteien.

Sein Interesse gilt vor allem jenen Motiven, die durch Übermalungen, Kritzeleien, Collagen, Graffiti und Teilabrisse vom Wähler bearbeitet wurden. So geht es in Gundlachs Sammlung weniger um Parteiprogramme und die Parolen der Wahlkämpfer, als vielmehr um Stimmungen, den Zeitgeist und das Lebensgefühl im Land, das nicht zuletzt in der direkten physischen Auseinandersetzung mit den Stellwänden Ausdruck findet. Herausgekommen ist eine Sammlung, die unter anderem die großen Lagerwahlkämpfe, die Debatten um Friedens- und Bündnispolitik sowie den Kampf um Arbeitnehmerrechte Revue passieren lässt - und im Hinblick auf den laufenden Wahlkampf nachdenklich stimmt.

Andreas Petzold, STERN-Chefredakteur: "F. C. Gundlachs Fotos aus 30 Jahren deutschem Wahlkampf laden ein zu einer Zeitreise in die Vergangenheit. Die fotografierten Plakate atmen mit ihren Slogans und ihrer Optik in beeindruckender Weise den Geist der alten Wahlkämpfe. Der Gang durch diese Ausstellung ist ein Sprung in den bundesrepublikanischen Zeitgeist vergangener Jahrzehnte. Die oft kämpferischen Plakate zeigen, wie spannend und polarisierend der politische Meinungskampf in Deutschland einmal war."

Ab dem 29. August 2005 werden die über 100 ausgewählten Aufnahmen im Hühnerposten am Hamburger Hauptbahnhof gezeigt und vom STERN präsentiert.

Prof. Dr. Peter Reichel vom Institut für politische Wissenschaft der Universität Hamburg, der bei der Eröffnung am Montag in die Ausstellung einführen wird: "Das Fernsehzeitalter (…) mag das Wahlplakat relativiert haben, überflüssig geworden ist es augenscheinlich noch nicht. Noch immer wird es gebraucht - auch, um den demokratischen Mythos zu inszenieren. Danach ist es der Wähler, der Volkssouverän, auf den es in der Politik letztlich ankommt. Die Bilder des Hamburger Fotografen F. C. Gundlach (...) zeigen das in zweifach bemerkenswerter Weise. Mal ironisch-witzig, mal aggressiv-polemisch verdeutlichen die Kommentierungen und Bemalungen, dass der Wähler diesen Mythos längst durchschaut hat. Indem er das Plakat aber seinerseits als kommunikatives Medium benutzt, wenn er es denn nicht einfach nur ignoriert oder zerstört, beweist er, dass der demokratische Mythos in gewisser Weise fortbesteht."

Die Ausstellung findet vom 29. August bis 29. September 2005 (Hühnerposten 1 A-D, 20097 Hamburg) statt und eignet sich mit ungewöhnlichen Öffnungszeiten (Mo. - Fr. 6.15 - 19.00 Uhr, Sa. 9.00 - 16.00 Uhr) auch für Frühaufsteher. Der Eintritt ist frei.

Pressefotos finden Sie unter www.presseportal.de in der STERN Pressemappe.

Für Rückfragen:

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