Inside G+J

Wie geht es euch nach einem Jahr im Mobile Office?

Hamburg, 29.03.2021 – Neun Kolleg:innen von Gruner + Jahr teilen persönliche Einblicke und erzählen, wie es ihnen nach einem Jahr im Mobile Office geht. Großen Dank und Respekt an unsere tollen Kolleg:innen für diese Statements. Dies ist sicherlich einer der positiven Aspekte der Pandemie, sie hat die Arbeitswelt persönlicher gemacht.

Sarah Wendelborn, Leiterin BRIGITTE Academy und Projektleiterin Event Marketing

„Empowerment. Ein Begriff, der trotz aller Widrigkeiten der letzten Monate sinnbildlich für mein Corona-Jahr steht. Von jetzt auf gleich zu 100 Prozent in Kurzarbeit geschickt zu werden – das Schicksal teile ich mit vielen Kolleg:innen. Dabei nicht den Fokus zu verlieren – privat wie beruflich – war wirklich schwer. Sich auf sich selbst und sein soziales Netzwerk verlassen zu können, hat mich durch die Zeit gebracht. Und dann alles auf Anfang. Mit meiner Eventmarketing-Kollegin Julia Mille im Sommer 2020 das erste digitale BRIGITTE Academy-Event auf die Beine zu stellen, hat viele Kräfte freigesetzt und Mut gemacht. All das hat am Ende dazu geführt, dass ich mit der tollsten Kollegin Anissa Brinkhoff die BRIGITTE Academy im Jobsharing leite – empowered.“

Dominik Stawski, Leiter Auslandsressort STERN

„Ich will es nicht verklären: Homeoffice kann eine schöne Sache sein, aber nach einem Jahr hier in meiner Kammer unterm Dach reicht es mir. Ich habe viel probiert, um es mir angenehm zu machen, habe mir einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen extrabreiten Screen angeschafft (beides top). Doch was ich vermisse, kann ich nicht kaufen: echte Menschen. Der Job funktioniert zwar remote, das haben wir alle bewiesen. Manchmal funktioniert er sogar besser, unsere Korrespondenten in den USA und Großbritannien etwa sind dank Teams stärker eingebunden als zuvor. Aber uns allen fehlt unser Flur, die Idee für eine Hammergeschichte, die uns gemeinsam am Kaffeeautomaten kommt. Persönlich hatten meine Frau, unser zweijähriger Sohn und ich viel Glück. Wir sind gesund geblieben, niemand von uns hat sein Einkommen verloren. Wir haben viel am frühen Morgen und am späten Abend gearbeitet, um unser Schichtmodell durchziehen zu können. Ab und an haben wir darüber gestritten, welcher Job wichtiger ist, sind uns da nie einig geworden, aber schlossen Frieden. Wir haben hier also einen Weg gefunden und drehen auch nicht durch, wenn der Lockdown mal wieder verlängert wird. Und doch träumen wir davon, wie es wohl sein wird, wenn die Kita wieder zuverlässig läuft, wir am Morgen auf die Elphi zu radeln, die Büros offenstehen und wir dennoch die Chance haben, immer mal wieder im Homeoffice zu arbeiten. Es wird groß!“

Lena Rautenstrauch, Projektleiterin STERN

„Im vergangenen Oktober habe ich ein neues Projekt übernommen - neue Abteilung, neue Kolleg:innen, die ich bis heute teils noch nie im ‚echten', analogen Leben getroffen habe. Gerade begegnete ich einem dieser Kollegen im Foyer – kurze Schockstarre (ist man ja nicht mehr gewohnt), dann beidseitig große Freude, sich mal ‚im Ganzen' zu sehen. Ein schöner Moment. Und im Homeoffice? Die letzten Monate waren wohl auch  eine Weiterbildung im Multitasking. Zwei kleine Kinder zuhause, ständige Video-Calls, manchmal beide Elternteile parallel. Was gut funktioniert hat, waren digitale Angebote: Geinfluenced von unserer kleinen Nachbarin haben die Jungs etwa voller Ehrgeiz an Online-Ballettstunden teilgenommen (auch wenn sie sich nun wieder aufs Kicken auf echtem Rasen freuen). Am liebsten ohne Eltern, die ansonsten überall dabei waren. Inzwischen war das ja normal geworden, wir alle immer zusammen. Kernfamilie, Kernteam. Das natürlich mal besser, mal schlechter ‚zusammenarbeitet', tagesformabhängig. Mein Vierjähriger appellierte kürzlich irritiert, als ich ausnahmsweise ins Büro wollte: ‚Aber Mama – du musst doch arbeiten!'”

Hans-Jürgen Martens, Küchenchef

„In meiner 25-jährigen Tätigkeit bei Gruner + Jahr habe ich wirklich viel erlebt. In Spitzenzeiten haben wir am Baumwall bis zu 2.000 Mittagessen produziert. Zurzeit sind es im Durchschnitt 150 Mittagessen. Vor einem Jahr haben wir die Kantine Covid-19-bedingt zum ersten Mal schließen müssen. Es folgten ungewisse Tage, Wochen und Monate. Meine Mannschaft in Kurzarbeit und ich im mobilen Office. Den Baumwall habe ich 1-2 Mal pro Woche aufgesucht, um Lebensmittel und Geräte zu checken. Es war gespenstisch, das Pressehaus so im Winterschlaf zu erleben. Viele Lebensmittel habe ich an andere Kolleg:innen verteilt oder gespendet. Die Oster-Artikel haben wir zum Beispiel an das ,Café mit Herz' gespendet. Mein gesamtes Team ist dem Hause für die soziale und moralische Unterstützung sehr dankbar. Es waren sehr schöne Momente, als wir uns dann im September endlich wieder am Baumwall sehen konnten. Alle sind froh, die G+J-Kolleg:innen entsprechend der geltenden Infektionsschutzregeln wieder kulinarisch verwöhnen zu dürfen. Wir haben die Zeit auch für die Entwicklung der Mamob's (Mahlzeiten für das Mobile Office) genutzt, die im Moment Probe laufen. Ich glaube, die Pandemie hat uns alle trotz Abstandsregel menschlich wieder ein Stückchen nähergebracht. Passt auf euch auf und bleibt gesund!”

Luisa Wollert, Auszubildende, Medienkauffrau Digital und Print

„Ganz ehrlich? Ich vermisse die Gruner-Kultur, den vollen Kantinengang, das Schlendern durch die vollen Büros, die spontanen Gespräche auf den Fluren. Aber ich bin wirklich froh, dass ich meine Ausbildung wenigstens die ersten sechs Monate am Baumwall erleben konnte. Corona zehrt, ob privat oder beruflich, und gerade zu Beginn der Pandemie hatte man als Auszubildende Bedenken, in seinen einzelnen Stationen hinten rüber zu kippen. Aber ich kann sagen, dass sich diese Bedenken nicht bewahrheitet haben und ich letztendlich positiv überrascht bin, wie gut alles remote funktioniert. Klar, verpasst man auch viele Möglichkeiten, zum Beispiel das Mitwirken an Live-Events und Produktionen, aber im Endeffekt war es auch der beste Crashkurs, den man kriegen konnte, wenn es um digitales Arbeiten geht. Und da man sowieso keinen Einfluss auf die aktuelle Lage hat, versuche ich mich so gut es geht, auf die positiven Aspekte zu fokussieren.“

Janin Liebe, Leiterin DPV New Channels

„2020… war anders, aber nicht weniger gut! Im Vertriebsteam ,New Channels‘ gab es Corona bedingt verschiedene Herausforderungen – ziemlich schnell haben wir uns eingegroovt und uns auf neue B2B-Partner fokussiert, die in Corona-Zeiten durch die Decke gingen: Player wie flaschenpost.de, lieferando.de und die Lidl Plus-App haben uns Leads und Abos reingespült. Unser Learning: Allianzen intern als auch extern schweißen gerade in Zeiten wie diesen zusammen. Und privat? Da war auch einiges los… Ich gebe einigen Kids bis heute via WhatsApp-Call Nachhilfe und habe mich mit Angeboten wie den G+J-Sportkursen und der Schritte-Challenge (yes, wir haben Rom erreicht!) motiviert. Im Mai habe ich meine geplante Hochzeitsfeier abgesagt – aber hey, auch da haben wir das Beste draus gemacht: Im August haben wir im kleinsten Familienkreis auf der dänischen Insel Samsø geheiratet. ,Hygge‘ war’s – zurückgekommen bin ich nun als Janin Liebe. Es dauerte, bis alle verstanden haben, dass dies mein neuer Nachname ist… Und zum Thema #Stadtflucht: Wer nun einen Teams-Call mit mir hat, bekommt kostenloses Vogel-Gezwitscher. Ich freue mich, vielen G+J-Kolleg:innen bald mal wieder persönlich über den Weg zu laufen!”

Steffen Hellmuth, Leiter Customer Care Center, IT

„Ich blicke zurück auf den Start der verrückten Pandemiephase – und es fühlt sich noch immer unwirklich an. Zuerst versuchten wir uns im IT-Service noch auf verschiedene Szenarien vorzubereiten und mussten dann doch ad hoc handeln, um alle Mitarbeiter:innen bei ihrem Weg in die Heimarbeit zu unterstützen. Während uns Geschäftsführung und Corona-Steuerungskreis gut informierten, stürmten plötzlich bis dahin ungekannte Anforderungen auf unsere Supportteams ein. Es begann eine Art „Feuerlöschbetrieb“: die letzten Laptop-Reserven sowie Monitore und Zubehör in Mengen ausgeben, Homeoffice-Probleme remote lösen und parallel das „normale“ Tagesgeschäft aufrechterhalten. Mit vielen Videokonferenzen versuchte ich in unseren Teams, die Verunsicherungen der Mitarbeiter:innen zu minimieren, was die Kurzarbeit noch erschwerte. Dabei hoffte ich anfangs noch auf eine zeitlich absehbare Pandemiesituation und vertröstete mein Team auf Sicht; diese Hoffnung wich spätestens zwei Monate später einer anderen Überzeugung. Mit dem Zurückfahren einiger IT-Projekttätigkeiten konnten wir im Customer-Care-Center für Entlastung sorgen. Jedoch zeigte sich spätestens nach dem Sommer, dass wir letztlich einen Arbeitsstau abarbeiten mussten. So gut sich auch alle Kolleg:innen mit den Einschränkungen arrangierten, fehlt mir persönlich vor allem das physische Miteinander, die Mimik in Terminen und das spontane Gespräch, was digitale Kaffees nicht vollständig kompensieren können.”

Franziska Sielaff, Fachkraft für Arbeitssicherheit

„Es war Freitag, der 13. März 2020, mein letzter Tag im Büro. Mit einem mulmigen Gefühl verließ ich den Baumwall. Ich war im vierten Monat mit unserem zweiten Kind schwanger. Irgendwie war ich froh, von zu Hause arbeiten zu dürfen, aber die Gedanken kreisten beruflich wie auch privat nur noch um Corona. Das Headset wurde mein ständiger Begleiter, während ich mit Zeichensprache versuchte, meine ältere Tochter zu überzeugen, die Lautstärke der Toniebox – erster Lockdown – zu senken; im zweiten war es dann der Fernseher. Von Woche zu Woche änderten sich die Empfehlungen der Behörden. Wir versuchten, irgendwie die letzten Desinfektionsmittel auf dem freien Markt zu bekommen, Alltagsmasken sollten nun doch etwas bringen, und wie kann eigentlich das nächste Covershooting Corona-konform stattfinden??? Im September kam dann unsere zweite Tochter gesund auf die Welt. Nach einer kurzen Komplettauszeit bin ich seit Dezember mit ein paar Stunden zurück und wieder in die aktuellen Corona-Themen involviert. Neben all der Nachteile und Entbehrungen, die die Pandemie für uns bringt, bin ich trotzdem dankbar für die viele gemeinsame Zeit mit meiner Familie – und die Möglichkeit, jetzt wieder flexibel an Terminen teilnehmen zu können. In der Krise, in der der Großteil aller Kolleg:innen mobil arbeitet, fühle ich mich nicht als Außenseiterin, die aus dem Homeoffice zu Meetings dazu geschaltet werden muss. Den Baumwall vermisse ich trotzdem, die analogen Kolleg:innen und natürlich das leckere Essen in der Kantine.”

Britta Müller-Ruhnau, Workplace Consultant, IT

„Für mich war es ein sehr spannendes Jahr. Ich bin begeistert, wie schnell und pragmatisch wir neue Kommunikationswege organisiert haben und so die Mitarbeiter:innen beim Umzug ins Homeoffice unterstützen konnten. Was früher abteilungsübergreifend viele Abstimmungsrunden gekostet hätte, wurde innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt: beispielsweise der M365-Community-Chat für alle Anwenderfragen rund um Microsoft 365, unsere Work-Hacks-Seite mit Tipps und Tricks für die mobile Zusammenarbeit oder das  Beratungsangebot „KuK helfen KuK“ (Kolleg:innen helfen Kolleg:innen). Die Zusammenarbeit in den jeweiligen Gruppen macht mir großen Spaß und ermöglicht mir den abteilungsübergreifenden Austausch, den ich mir für meine Arbeit immer gewünscht habe.  Obwohl ich schon seit Monaten nicht mehr am Baumwall war, hat sich mein Netzwerk vergrößert und der Austausch mit Kolleg:innen ist im Vergleich zu früher durch die unterschiedlichen Communities und Chat-Optionen sogar noch intensiver geworden.“