Inside G+J

Wie macht man ein People-Magazin ohne Red Carpet-Events?

Hamburg, 25. Juni 2020 - Ob Filmpremieren, Preisverleihungen oder Festivals – noch bis mindestens Oktober sind alle Großveranstaltungen abgesagt. Was bedeutet das für die GALA-Redaktion, die regelmäßig von den Roten Teppichen dieser Welt berichten? Und geben sich die Promis in diesen Zeiten eigentlich privater? Diese und weitere Fragen beantwortet Hans-Peter Junker, stellvertretender GALA-Chefredakteur, im G+J-Intranet.

Hans-Peter, wie fängt GALA die fehlende Red Carpet-Berichterstattung auf?

Die Kolleg*innen in der Society haben das Format „Hotspots der Stars“ entwickelt, in dem sie bekannte und nicht so bekannte Sehnsuchtsorte vorstellen, die bei den VIPs hoch im Kurs stehen wie das Hotel Cap Du Eden Roc, die Costa Smeralda oder in dem am Donnerstag erscheinenden Heft Palm Springs, Heimat des Coachella-Festivals. Das Schöne: Diese vor Lebensfreude sprühenden Seiten kommen bei den Leser*innen sehr gut an.

Welche kreativen Ideen legen Promis jetzt an den Tag, um im Gespräch zu bleiben? Sind Interview-Termine in diesen Zeiten einfacher zu bekommen?

Zu Beginn der Corona-Krise haben einige Prominente Mundschutz-Selfies und Bilder aus dem Home-Office gepostet. Aber dass diese Welle schnell abgeebbt ist, lag wohl auch daran, dass das niemand interessiert. Die Menschen interessieren sich für andere Menschen, wenn sie Geschichten zu erzählen haben – auch und ganz besonders bei Promis. Und GALA konzentriert sich auf Stars, die etwas zu sagen haben. Mit denen sind Interview-Termine heute auch nicht leichter zu bekommen – wir vertrauen da aber unseren guten Kontakten.

Geben sich die Promis privater?

Prominente erlauben den Menschen Einblicke in ihr Leben, denen sie vertrauen. Und bei Medien halten sie es genauso. Das ist gut für GALA – weil wir über viele Jahre hinweg ein solches Vertrauensverhältnis aufgebaut haben.

Gibt es Veränderungen – ob am Heft, in der Produktionsweise oder der Art des Zusammenarbeitens – die ihr auch nach der Corona-Zeit beibehalten wollt?

Wir haben festgestellt, dass mobiles Arbeiten und der dafür notwendige schnellere Workflow nicht zu Qualitätseinbußen führen muss. Das gegenseitige Vertrauen – unablässig in Zeiten des dezentralen und mobilen Arbeitens – ist noch gewachsen. Darauf wollen wir aufbauen und Lösungen finden, wie wir Arbeiten am Baumwall und zuhause noch besser miteinander verbinden können.

Auf was freut sich die GALA-Redaktion nach Corona am meisten?

Glamouröse Partys, spannende News, tolle Mode-Produktionen – und dass wir alle zusammen Eis essen gehen auf der Michelwiese.